Bayer hat im jahrelangen Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einen wichtigen juristischen Erfolg in den USA erzielt. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied, dass eine Klage gegen den Konzern nicht weiterverfolgt werden kann. Damit wächst die Hoffnung des Leverkusener Unternehmens, die Flut an Verfahren rund um das Mittel Roundup könnte sich deutlich abschwächen.
Im Kern geht es um die Frage, ob Glyphosat-Produkte, die Bayer über die Tochter Monsanto vertreibt, zusätzliche Krebswarnungen tragen müssten. Zahlreiche Kläger in den USA hatten argumentiert, genau daran mangele es. Bayer weist den Vorwurf zurück und verweist darauf, dass das Mittel bei sachgerechter Anwendung von den zuständigen Behörden weiterhin zugelassen ist.
Der Streit hat für den Konzern enorme finanzielle und strategische Bedeutung. Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 ist Bayer mit einer Serie von Schadenersatzklagen konfrontiert. Die Verfahren belasteten den Aktienkurs über Jahre hinweg und führten zu milliardenschweren Vergleichen und Rückstellungen. Das nun bestätigte Urteil des Supreme Court gilt als Rückenwind für Bayer, weil es die Linie der Kläger in den USA schwächen könnte.
Auch in Europa bleibt Glyphosat umstritten
Glyphosat ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Herbizide und seit Jahren politisch umkämpft. Die internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation hatte den Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Andere Behörden, darunter die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die US-Umweltbehörde EPA, sehen bei Einhaltung der Vorschriften keine eindeutigen Hinweise auf ein Krebsrisiko für Menschen.
In der Europäischen Union wurde die Zulassung von Glyphosat zuletzt verlängert. Auch in Österreich wird das Mittel noch verwendet, allerdings in einem anderen regulatorischen Rahmen als in Nordamerika. Hierzulande ist der Einsatz deutlich stärker eingeschränkt und politisch umstritten, vor allem im Ackerbau und bei kommunalen Anwendungen.
Für Bayer ist das US-Urteil dennoch vor allem aus wirtschaftlicher Sicht relevant. Der Konzern versucht seit Jahren, die juristischen Altlasten aus der Monsanto-Übernahme einzugrenzen. Sollte sich die neue Rechtslage in den USA bestätigen, könnte das den Druck auf Bayer im Glyphosat-Streit spürbar verringern.









