Zum 80. Todestag von Gertrude Stein sind mehrere neue Bücher über die US-amerikanische Avantgarde-Autorin erschienen. Stein, 1874 in Pennsylvania geboren, starb am 27. Juli 1946 in Paris; dort lebte sie seit Beginn des 20. Jahrhunderts und wurde auch begraben.
Stein gehört zu den prägenden Figuren der literarischen und künstlerischen Moderne. Ihr Name ist untrennbar mit dem Paris der Avantgarde verbunden, in dem sie ab 1903 gemeinsam mit ihrem Bruder Leo lebte und eine der einflussreichsten Sammlungen moderner Kunst aufbaute. Picasso, Matisse und Cézanne gehörten zu den Künstlern, deren Werke sie früh erwarb und sammelte.
Gertrude Stein war nicht nur Mäzenin und Sammlerin, sondern selbst eine Autorin, die mit Sprache experimentierte und die Grenzen zwischen Prosa, Gedicht und Porträt auflöste. Zu ihren bekanntesten Texten zählt „Tender Buttons“, ein Werk, das bis heute als Schlüsseltext der literarischen Avantgarde gilt. Auch ihre Atelierabende in Paris machten sie zu einer zentralen Figur im Netzwerk jener Künstler und Schriftsteller, die das kulturelle Leben der Stadt im frühen 20. Jahrhundert prägten.
Dass nun pünktlich zum Todestag neue Bücher auf Stein blicken, zeigt die anhaltende Faszination für eine Autorin, deren Werk schwer einzuordnen und gerade deshalb so wirkmächtig blieb. Ihr Einfluss reicht weit über die Literatur hinaus: Stein wurde zur Ikone einer Epoche, in der Kunst, Sprache und Lebensform neu verhandelt wurden.
Ihr Nachruhm speist sich bis heute aus dieser Mischung aus literarischer Radikalität und kultureller Nähe zu den großen Namen der Moderne. Gerade weil ihre Biografie oft über die berühmten Bilder und Namen erzählt wird, bleibt das Werk selbst ein lohnender Gegenstand neuer Lektüren.









