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Feminismus, Island-Krimi und Stadtklima: Neue Sach- und Lesetipps für den Herbst

Redaktionelle Szene zum Thema „Feminismus, Island-Krimi und Stadtklima: Neue Sach- und Lesetipps für den Herbst“

Von Alice Schwarzer bis zum Island-Thriller, von klimafitten Städten bis zu poetischen Steinen und Federn: Die aktuellen Lesetipps der Woche spannen den Bogen weit und setzen auf Titel, die gesellschaftliche Debatten ebenso aufgreifen wie literarische Gegenwelten. Im Mittelpunkt steht dabei Schwarzers neues Buch Feminismus pur. 99 Worte., das den Begriff in knapper Form ordnen und zuspitzen will.

Schwarzer, 1942 geboren, zählt seit den 1970er-Jahren zu den prägenden Stimmen der Frauenbewegung im deutschsprachigen Raum. Mit Der kleine Unterschied und seine großen Folgen wurde sie 1975 über die Fachdebatte hinaus bekannt. Das neue Buch erscheint 2026 im Heyne-Verlag, umfasst 224 Seiten und ist als pointierte Sammlung von Begriffen und Gedanken angelegt. Die Konzentration auf 99 Worte verweist auf eine verdichtete Form, die eher zum Nachdenken als zur ausführlichen Argumentation einlädt.

Dass Feminismus als Thema weiterhin nachgefragt ist, zeigt auch der Blick auf den Publikationskontext: Das Frauenmagazin EMMA feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Schwarzer hat es 1977 mitbegründet und damit eine mediale Plattform geschaffen, die feministische Debatten im deutschsprachigen Raum über Jahrzehnte geprägt hat. Ihr neuer Titel fügt sich in diese lange publizistische Linie ein, ohne den historischen Ballast des Themas zu verlieren.

Die weiteren Empfehlungen der Woche deuten auf ein bewusst breit gefasstes Programm. Neben dem Sachbuch stehen Krimi, Lyrik, Kinderbuch und Bildband auf der Liste. Damit reagiert die Auswahl auf unterschiedliche Leseinteressen und auf einen Markt, in dem sich literarische Unterhaltung und gesellschaftliche Aktualität immer stärker verschränken. Gerade der Verweis auf einen Island-Thriller zeigt, wie gefragt weiterhin Stoffe aus dem Norden sind, die Atmosphäre, Härte und Landschaft verbinden.

Auch der Titel über klimafitte Städte verweist auf ein Thema, das in der Gegenwartsliteratur und im Sachbuch zunehmend an Gewicht gewinnt: Wie lassen sich urbane Räume an Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels anpassen? Solche Bücher treffen eine Debatte, die weit über den Buchmarkt hinausreicht. Dass sie in einer Kultur-Rubrik als Lektüreempfehlung auftauchen, zeigt, wie eng Kultur, Wissen und Gegenwartsanalyse inzwischen verknüpft sind.

Die Mischung aus politischem Sachbuch, Genre-Literatur und poetischen oder visuellen Formaten folgt damit einem klaren Muster: Bücher sollen nicht nur unterhalten, sondern auch Einordnung liefern. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Fragen schnell polarisiert werden, bleibt das Buch ein Medium, das komplexe Themen bündeln und in längerer Form zugänglich machen kann. Die Auswahl der Woche nutzt genau diesen Spielraum.

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