Nach dem Corona-Boom und dem anschließenden Einbruch zeichnet sich in der Fahrradbranche eine vorsichtige Erholung ab. Eine Blitzumfrage unter 95 Betrieben zeigt ein gemischtes Bild: Gut 42 Prozent meldeten ein besseres Gesamtgeschäft als im Vorjahr, knapp ein Viertel kam auf etwa das gleiche Niveau, rund ein Drittel lag darunter.
Die Branche hatte in den vergangenen Jahren mit vollen Lagern, sinkender Nachfrage und Preisdruck zu kämpfen. Der pandemiebedingte Kaufrausch war rasch abgeflaut, viele Händler saßen auf Ware, die nur mit deutlichen Abschlägen abverkauft werden konnte. Nun kommen Hersteller und Handel nach den harten Jahren wieder etwas in die Spur.
Rennräder und E-Bikes stützen das Geschäft
Besonders gefragt sind Rennräder. Das Segment entwickelt sich erneut zum Zugpferd, wobei nicht nur klassische Modelle verkauft werden. Auch motorisierte Varianten, also E-Rennräder, gewinnen an Bedeutung. Dazu kommen üppiger bereifte Räder, die auf Komfort und Vielseitigkeit setzen.
Vor allem Frauen greifen wieder häufiger zum sportlichen Rad. Das ist für Händler interessant, weil in diesem Bereich meist hochwertige Ausstattung, passgenaue Beratung und damit höhere Verkaufspreise gefragt sind. Von Kopf bis Fuß auf Rennrad eingestellt zu sein, kostet Kunden weiterhin einiges.
Erholung, aber kein neuer Boom
Von einer flächendeckenden Trendwende kann dennoch keine Rede sein. Die Umfrage unter den Betrieben zeigt vor allem, dass sich der Markt stabilisiert, aber nicht einheitlich entwickelt. Während ein Teil der Unternehmen bereits wieder zulegt, kämpfen andere weiter mit schwacher Nachfrage.
Für die Branche bleibt damit entscheidend, ob sich die Lager weiter normalisieren und die Konsumenten wieder häufiger in höherpreisige Räder investieren. Nach dem Absturz der vergangenen Jahre wäre schon eine Rückkehr zu verlässlicherem Geschäft für viele Betriebe ein wichtiges Signal.









