Die EU-Kommission stellt die Finanzierung der Biennale von Venedig ein, nachdem Russland an der diesjährigen Kunstschau teilnimmt. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas begründete den Schritt am Montag in Brüssel mit der Haltung der Union gegenüber dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kultur und Unterstützung dürften nicht zu Instrumenten der Schönfärberei von Aggression werden, sagte sie nach einem Treffen der EU-Außenminister.
Mit der Entscheidung zieht Brüssel eine direkte Grenze zwischen kultureller Förderung und politischer Symbolik. Die Biennale in Venedig zählt zu den wichtigsten internationalen Kunstereignissen. Die EU setzt mit dem Stopp der Unterstützung ein Signal, dass eine Beteiligung Russlands unter den aktuellen Bedingungen nicht mit einer Finanzierung aus EU-Mitteln vereinbar sei.
Kallas kritisierte in Brüssel auch das Internationale Olympische Komitee. Dessen neuerliche Zulassung russischer Athletinnen und Athleten wirke, als wolle man Russland belohnen, sagte sie. Die EU-Außenbeauftragte stellte damit nicht nur die Rolle der Biennale, sondern auch den Umgang internationaler Institutionen mit russischer Präsenz grundsätzlich infrage.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs hat die EU ihre Kultur- und Sanktionspolitik immer wieder eng mit dem politischen Umgang mit Moskau verknüpft. Der aktuelle Schritt betrifft nun ein prestigeträchtiges Kulturformat, das weit über Italien hinaus internationale Aufmerksamkeit erhält. Für die Biennale ist der Entzug europäischer Mittel auch ein kulturpolitisches Signal mit möglicher Wirkung auf weitere Förderentscheidungen.









