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Der Schaden in der Straße von Hormuz wird noch lange spürbar bleiben

Redaktionelle Szene zum Thema „Der Schaden in der Straße von Hormuz wird noch lange spürbar bleiben“

Auch wenn die USA und der Iran ihre Kämpfe rasch beenden und die Straße von Hormuz wieder offen ist, wird sich der Schiffsverkehr dort nach Einschätzung von Marktbeobachtern nicht sofort normalisieren. Die Folge der jüngsten Hormuz-Krise dürfte über den Waffenstillstand hinausreichen: Reedereien, Versicherer und Energiehändler stellen sich auf anhaltende Störungen und höhere Kosten ein.

Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Öl- und Gasrouten der Welt. Täglich passieren dort Tanker und Frachter mit Rohöl, Flüssiggas und Raffinerieprodukten. Schon die Aussicht auf Blockaden, Angriffe oder Verminungen reicht aus, um Frachtraten und Versicherungspreise nach oben zu treiben. Genau dieser Effekt tritt in Krisen oft ein, noch bevor tatsächlich weniger Ladung durch die Meerenge transportiert wird.

Für die Weltwirtschaft ist das heikel, weil ein großer Teil der Energieversorgung vom reibungslosen Durchfluss abhängt. Wenn Tanker aus Sicherheitsgründen Umwege nehmen, zusätzliche Begleitung benötigen oder längere Wartezeiten einkalkulieren müssen, verteuert das nicht nur den Transport. Es kann auch Lieferketten belasten und die Preise für Rohöl und Treibstoffe an den Märkten stützen.

Besonders betroffen sind Länder in Asien, die einen großen Teil ihrer Energieimporte aus dem Golfraum beziehen. Aber auch europäische Abnehmer und internationale Logistikketten reagieren empfindlich auf jede Unterbrechung in der Meerenge. Für Unternehmen in der Energiebranche zählt dabei nicht nur die aktuelle Lage, sondern vor allem die Frage, wie verlässlich Transit und Versicherung in den kommenden Wochen und Monaten eingeschätzt werden.

Selbst wenn die militärische Eskalation endet, bleiben die wirtschaftlichen Folgen damit bestehen. Händler kalkulieren bei solchen Krisen meist mit einem längeren Vertrauensverlust in die Route, weil sich Sicherheitsrisiken nicht von einem Tag auf den anderen aus dem Markt preisen lassen. Die Straße von Hormuz dürfte daher auch nach einem Frieden noch für Unsicherheit an den Ölmärkten sorgen.

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