Warren Buffett wird die Bill & Melinda Gates Foundation nach einer Überprüfung nicht mehr unterstützen. Der 94-jährige Investor teilte mit, dass seine restliche Beteiligung an Berkshire Hathaway zwar innerhalb der kommenden Jahre weiter an verschiedene gemeinnützige Stiftungen fließen soll, die Gates-Stiftung aber künftig kein Geld mehr erhalten werde.
Buffett begründete den Schritt laut seinem am Dienstag veröffentlichten Schreiben mit einer Neubewertung seiner Spendenpläne. Er verwies darauf, dass die von ihm gehaltenen Berkshire-Aktien in den vergangenen Jahren bereits zu einem großen Teil an wohltätige Einrichtungen gegangen seien. Der aktuelle Entschluss betrifft jenen Teil seines Vermögens, der bislang auch über die Gates-Stiftung abgewickelt wurde.
Die Gates-Stiftung gehörte über viele Jahre zu den zentralen Empfängern von Buffetts Spenden. Der US-Investor hatte sich wiederholt verpflichtet, den Großteil seines Vermögens gemeinnützig einzusetzen. Gemeinsam mit Bill Gates gehörte er auch zu den Mitbegründern der Giving Pledge, einer Initiative, in der Milliardäre zugesagt haben, den größten Teil ihres Vermögens zu Lebzeiten oder per Testament für wohltätige Zwecke zu verwenden.
Buffetts Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Zukunft der Stiftung von Bill Gates ohnehin neu geordnet wird. Bill Gates hatte im Vorjahr erklärt, den Großteil seines Vermögens in einem beschleunigten Zeitplan zu spenden und die Stiftung längerfristig auslaufen zu lassen. Buffett setzt nun einen klaren Schnitt bei der direkten Unterstützung der Organisation, die über Jahre zu den bedeutendsten Akteuren in der globalen Gesundheits- und Entwicklungshilfe zählte.
Für Berkshire Hathaway ändert sich durch Buffets Spendenplan zunächst nichts an der Struktur der Beteiligung: Die Aktien sollen schrittweise an wohltätige Zwecke übergehen. Welche Stiftungen im Einzelnen profitieren, will Buffett laut seinem Schreiben in den kommenden Jahren festlegen. Die Entscheidung markiert dennoch einen bemerkenswerten Einschnitt in einer der bekanntesten philanthropischen Partnerschaften im US-Wirtschaftsleben.









