Immer mehr Beschäftigte in Österreich zweifeln daran, ihren Beruf bis zum gesetzlichen Pensionsalter ausüben zu können. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Zeitdruck, psychische Belastungen und Hitze die Arbeit für viele zunehmend erschweren. Nach den nun vorliegenden Angaben hält rund jeder Dritte nicht für realistisch, bis zur Pension im Job zu bleiben.
Die Befunde passen zu einem seit Jahren bekannten Problem am Arbeitsmarkt: Die körperlichen und seelischen Anforderungen steigen in vielen Branchen, während die Belastbarkeit mit zunehmendem Alter sinkt. Besonders betroffen sind Berufe mit hoher Taktung, Schichtarbeit, Kundenkontakt oder Arbeit in warmen Umgebungen. Für Unternehmen wird damit die Frage dringlicher, wie Arbeitsplätze alternsgerecht gestaltet werden können.
Gewerkschaft fordert Gegenmaßnahmen
Die Gewerkschaft GPA leitet aus den Ergebnissen weiteren Handlungsbedarf ab. Im Zentrum stehen dabei bessere Arbeitsbedingungen, mehr gesundheitliche Prävention und Maßnahmen gegen dauerhaften Zeitdruck. Auch der Umgang mit Hitze am Arbeitsplatz gewinnt an Bedeutung, weil steigende Temperaturen vor allem in bestimmten Tätigkeiten zusätzliche Risiken schaffen.
Für die Betriebe hat das nicht nur eine arbeitsmedizinische, sondern auch eine wirtschaftliche Dimension. Wenn Beschäftigte früher aus gesundheitlichen Gründen aus dem Erwerbsleben ausscheiden, verschärft das den Fachkräftemangel und erhöht die Kosten für Ersatz, Ausfälle und Fluktuation. Umgekehrt kann eine bessere Arbeitsorganisation dazu beitragen, erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger im Beruf zu halten.
Die Studie fügt sich damit in eine breitere Debatte über die Belastungsgrenzen des Arbeitslebens ein. Während die Politik ein längeres Arbeiten fordert, zeigen die Ergebnisse, dass viele Beschäftigte dafür im Alltag nicht die nötigen Rahmenbedingungen sehen. Für Arbeitgeber, Interessenvertretungen und Sozialpolitik stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sich Gesundheit, Produktivität und längere Erwerbsbiografien zusammenbringen lassen.









