Alexander Zverev steht am Sonntag im Finale der French Open gegen den Italiener Flavio Cobolli und hat damit nach drei vergeblichen Anläufen die nächste Chance auf seinen ersten Grand-Slam-Titel. Für den 29-jährigen Deutschen wäre ein Erfolg in Paris ein Meilenstein: Seit Boris Becker 1996 bei den Australian Open hat kein Deutscher mehr einen Major-Titel geholt.
Zverev hat sich in Paris mit einem abgeklärten Auftritt bis ins Endspiel gespielt. Auf dem Weg dorthin setzte er sich auch gegen zwei junge Gegner durch: den Brasilianer Joao Fonseca und im Halbfinale gegen den Tschechen Jakub Mensik. Das unterstreicht, dass der Weltranglistenanschluss des Deutschen nicht nur auf Erfahrung beruht, sondern weiterhin auf Substanz im Spiel.
Die Partie gegen Cobolli ist für Zverev auch deshalb besonders, weil sie ihn in eine ungewöhnliche statistische Nähe zu einer historischen Marke bringt. Seit Goran Ivanisevic war bei keinem Spieler der erste Grand-Slam-Titel im höheren Tennisalter fällig. Der Kroate gewann Wimbledon 2001 kurz vor seinem 30. Geburtstag; Zverev ist im April 29 geworden. Im Vergleich dazu waren Thomas Muster bei seinem French-Open-Sieg 1995 und Dominic Thiem bei seinem US-Open-Erfolg 2019 deutlich jünger.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine private Veränderung im Umfeld des Deutschen. Seine Großmutter sitzt seit einigen Tagen im Publikum und unterstützt ihn in Paris. Hintergrund ist der Tod seines Großvaters. Für Zverev ist diese Begleitung mehr als nur eine emotionale Randnotiz in einem Turnier, das für seine Karriere richtungsweisend ist.
Im Finale spricht auch die Konstanz des Deutschen für ihn. Zverev gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze und hat sich trotz Rückschlägen immer wieder in die entscheidenden Wochen der Grand-Slam-Turniere gespielt. Jetzt ist die Ausgangslage klar: Gegen Cobolli hat er die Chance, aus einer starken Turnierwoche endlich den ersten ganz großen Titel zu machen.
Das Finale beginnt um 15 Uhr und wird live übertragen.









