Vor dem Achtelfinale der French Open in Paris hat Alexander Zverev die beste Ausgangsposition im Turnier, das nach dem frühen Ausscheiden mehrerer Topspieler so offen ist wie selten zuvor. Der Deutsche gilt nun als Favorit auf seinen ersten Grand-Slam-Titel, nachdem sich das Feld im Verlauf der ersten Turnierwoche deutlich ausgedünnt hat.
Der 27-Jährige hat in Paris bislang die Konstanz gezeigt, die ihm auf dem Weg zu einem Major-Triumph zuletzt oft fehlte. Mit dem Einzug in die zweite Turnierhälfte verschiebt sich der Blick nun auf seinen möglichen weiteren Weg durch die K.o.-Phase: Für Zverev zählt nicht nur die eigene Form, sondern auch, wie stabil die verbliebenen Mitbewerber auftreten. In einem Turnier, das von Ausfällen und Überraschungen geprägt ist, kann schon ein schwächerer Tag über den Titelkampf entscheiden.
Die offene Ausgangslage ist auch eine Folge der veränderten Kräfteverhältnisse bei den Männern. Wenn mehrere gesetzte Spieler früh scheitern oder nicht in Topform sind, verändert das die Dynamik eines Grand-Slam-Turniers spürbar. Genau das ist in Paris passiert: Zverev steht dadurch erstmals nicht nur als Außenseiter mit Titelchancen im Gespräch, sondern als jener Spieler, auf den sich der Fokus vor dem Achtelfinale richtet.
Für den Hamburger bleibt damit die gleiche Aufgabe wie bei seinen bisherigen Anläufen bei den ganz großen Turnieren: Er muss die Favoritenrolle annehmen und über sieben Matches hinweg bestätigen. Die French Open gelten wegen der langen Ballwechsel, der körperlichen Belastung und der langen Spieldauer traditionell als Prüfstein für Nerven und Stabilität. Wer in Paris triumphieren will, braucht deshalb neben spielerischer Qualität auch Belastbarkeit und Geduld.
Wie weit Zverev tatsächlich kommt, hängt nun auch vom weiteren Turnierverlauf ab. Mit jedem Tag, an dem das Feld kleiner wird, steigt die Bedeutung jedes einzelnen Matches. Dass die French Open in diesem Jahr so offen sind, macht den Weg zum Titel für alle verbliebenen Spieler unberechenbar – und für Zverev zugleich so nah wie noch nie.









