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Wotan und Loge überzeugen bei der Wiederaufnahme von „Rheingold“ an der Staatsoper

Redaktionelle Szene zum Thema „Wotan und Loge überzeugen bei der Wiederaufnahme von „Rheingold“ an der Staatsoper“

Mit einer soliden Wiederaufnahme von Richard Wagners „Das Rheingold“ hat die Wiener Staatsoper erneut ihre „Ring“-Maschinerie in Gang gesetzt. Unter der Leitung von Pablo Heras-Casado entwickelte sich der Abend zu einer musikalisch verlässlichen, stellenweise packenden Aufführung, getragen vor allem von Michael Volle als Wotan und Matthäus Schmidlechner als Loge.

Die Produktion zeigt das frühe Machtgefüge des „Ring des Nibelungen“ als Spiel um Einfluss, List und Besitz. Wotan tritt in dieser Konstellation als zentraler Herrscher auf, Loge als skeptischer, beweglicher Gegenspieler. Gerade in diesen Konfrontationen gewann der Abend an Spannung: Volle zeichnete den Göttervater mit vokaler Autorität und Noblesse, Schmidlechner gab dem Feuer- und Intrigengott die nötige Wachheit und Beweglichkeit.

Heras-Casado hielt das Orchester dabei auf Spannung, ohne den Abend zu überziehen. Die Wiederaufnahme wirkte nicht wie ein bloßes Pflichtstück im Repertoire, sondern wie ein sauber kontrollierter Wagner-Abend, der die großen Bögen des Werks mit Überblick formte. Dass „Rheingold“ an der Staatsoper schon lange als Prüfstein für jede „Ring“-Planung gilt, zeigte sich auch hier: Die Aufführung setzte weniger auf den Effekt als auf klar lesbare Verhältnisse und musikalische Solidität.

Gerade in Wien besitzt die Rückkehr des Vorabends zur „Ring“-Tetralogie besondere Bedeutung. Jede neue oder wiederaufgenommene Produktion muss sich daran messen lassen, ob sie den monumentalen Zyklus für den Spielplan handhabbar macht und zugleich künstlerisch trägt. Bei dieser „Rheingold“-Vorstellung gelang das vor allem dort, wo die Figurenkonstellationen scharf gezeichnet waren und die sängerische Präsenz die Szene trug.

Der Abend bestätigte damit, dass eine klug geführte Wiederaufnahme im Wagner-Fach nicht von radikaler Neuinterpretation leben muss. Entscheidend war hier die Balance aus musikalischer Kontrolle, textlicher Klarheit und einem Ensemble, das die Machtspiele im Nibelungen-Mythos glaubhaft machte. In dieser Hinsicht hinterließ „Rheingold“ an der Staatsoper einen stabilen, überzeugenden Eindruck.

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