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Wiener Sozialhilfe kostet heuer rund eine Milliarde Euro

Redaktionelle Szene zum Thema „Wiener Sozialhilfe kostet heuer rund eine Milliarde Euro“

Die Wiener Sozialhilfe wird heuer nach Angaben aus der Politik rund eine Milliarde Euro verschlingen. Die Mindestsicherung, die in Österreich als letztes soziales Auffangnetz gilt, entwickelt sich damit aus Sicht ihrer Kritiker in der Bundeshauptstadt zu einem immer schwerer finanzierbaren Kostenblock.

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, wie ein System erhalten werden kann, das Menschen in akuten Notlagen absichern soll, zugleich aber in Wien deutlich stärker in Anspruch genommen wird als in anderen Bundesländern. Die hohen Ausgaben sind seit Jahren Gegenstand politischer Auseinandersetzungen, vor allem weil Wien als Hauptstadt, Arbeitsmarktzentrum und Zuzugsregion eine besondere Belastung trägt.

Die Sozialhilfe ist in Österreich nicht als dauerhaftes Einkommen gedacht, sondern soll den existenziellen Bedarf decken, wenn eigenes Einkommen, Vermögen oder andere Leistungen nicht ausreichen. Kritiker verweisen seit längerem darauf, dass die Kosten in Wien stark steigen und damit die Budgetplanung belasten. Befürworter eines großzügigen Systems halten dagegen, dass gerade in einer Stadt mit hohen Wohnkosten und vielen Menschen in prekären Lebenslagen ein belastbares Sicherheitsnetz notwendig sei.

Politisch heikel ist das Thema auch deshalb, weil die Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern verteilt sind und die Regeln für die Mindestsicherung je nach Bundesland unterschiedlich umgesetzt werden. In Wien fällt die Rechnung besonders hoch aus, weshalb die Debatte regelmäßig mit Forderungen nach strengeren Zugangsvoraussetzungen, klareren Obergrenzen oder Änderungen im System einhergeht.

Für die Stadtregierung bedeutet die Entwicklung wachsenden Druck auf den Sozialhaushalt. Zugleich dürfte die Frage nach der Finanzierbarkeit der Mindestsicherung auch bundespolitisch weiter an Gewicht gewinnen, weil die Ausgaben nicht isoliert betrachtet werden können: Sie berühren Wohnpolitik, Arbeitsmarkt, Migration und Armutsbekämpfung gleichermaßen.

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