Die Wiener Festwochen haben den für 7. Juni geplanten Auftritt des US-Techmilliardärs Peter Thiel abgesagt. Thiel sollte im Hotel Intercontinental unter dem Titel „Armageddon und Antichrist? Von der Theologie zur Realpolitik“ mit Festwochen-Intendant Milo Rau und dem Theologen Wolfgang Palaver diskutieren.
Die Entscheidung fiel am Samstagabend, wie aus der Festivalleitung hervorgeht. Damit wird eine Veranstaltung gestrichen, die schon im Vorfeld wegen der politischen Positionen Thiels kontrovers war. Der 1967 geborene Gründer und Investor zählt zu den bekanntesten Figuren der US-Technologiebranche, steht aber seit Jahren auch wegen seiner Nähe zu rechtskonservativen Positionen in der Kritik.
Thiel ist Mitgründer des Bezahldienstes PayPal und früher Unterstützer von Donald Trump. Immer wieder sorgt er mit Aussagen über Demokratie und staatliche Ordnung für Debatten. Genau diese Spannungen machten auch die geplante Diskussion im Rahmen der Festwochen heikel: Der Titel des Abends verband religionsphilosophische Begriffe mit Fragen politischer Gegenwart.
Die Wiener Festwochen setzen sich in ihrem aktuellen Programm traditionell mit gesellschaftlichen und politischen Konflikten auseinander. Dass ausgerechnet ein Auftritt von Thiel nun abgesagt wird, passt in diese Auseinandersetzung um die Grenzen zwischen kulturpolitischer Debatte und öffentlicher Provokation. Ob die Veranstaltung in anderer Form nachgeholt wird, blieb zunächst offen.









