Österreichs Weinbauverband spricht sich angesichts hoher Rotweinlager für eine Krisen-Destillation aus. Nach Angaben aus dem Verbandsumfeld sind rund zehn Millionen Liter Rotwein zu viel am Markt. Aus dem überschüssigen Wein könnte Industriealkohol hergestellt werden.
Auslöser ist der rückläufige Konsum von Rotwein, der zu Lagerbeständen geführt hat, die sich nach Einschätzung des Verbands nicht mehr regulär absetzen lassen. Eine Destillation würde den überschüssigen Wein aus dem Markt nehmen und die Bestände abbauen. Für die Winzer wäre das ein Weg, um den Druck auf die Preise zu verringern.
Die Forderung nach einer Krisen-Destillation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Absatz von Rotwein in Österreich ohnehin unter Druck steht. Der Verband verweist darauf, dass die vorhandenen Mengen nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten. Statt im Handel zu landen, könnte ein Teil des Weins daher in die industrielle Verwertung gehen.
Eine Krisen-Destillation wird im Weinsektor als Instrument eingesetzt, wenn sich Marktüberschüsse nicht anders abbauen lassen. Dabei wird Wein unter kontrollierten Bedingungen zu Alkohol verarbeitet, der etwa industriell genutzt werden kann. Für die Branche ist das ein Mittel, um Übermengen aus dem Markt zu nehmen und weitere Verwerfungen zu vermeiden.
Wie groß der Anteil des betroffenen Rotweins genau ist und in welchem Ausmaß die Maßnahme greifen könnte, wurde im vorliegenden Material nicht beziffert. Klar ist aber: Der Weinbauverband sieht Handlungsbedarf, weil der heimische Rotweinabsatz hinter der Produktion zurückbleibt.









