Österreichs Waldbesitzer sollen auch nach dem geplanten Auslaufen des bisherigen Waldfonds im Jänner 2027 weiter Fördergeld bekommen. Auf Wunsch der ÖVP soll das Instrument in neuer Form fortgeführt werden – obwohl die Republik angesichts des Budgetdrucks sparen muss und der bisherige Fonds mit 450 Millionen Euro bereits weitgehend ausgeschöpft ist.
Der Waldfonds wurde im Juli 2020 von ÖVP und Grünen als Hilfe für Forstbetriebe in der Corona-Pandemie geschaffen. Bis heute wurden nach den vorliegenden Angaben mehr als 31.000 Förderanträge abgewickelt, außerdem wurden 29 Millionen „klimafitte Forstpflanzen“ gesetzt. Das Programm war damit nicht nur als Krisenhilfe angelegt, sondern auch als Instrument für den Umbau der Wälder in Zeiten des Klimawandels.
Politisch ist die Verlängerung heikel, weil der Waldfonds aus Sicht von Kritikern in einer Phase fortgeführt wird, in der der Staat dringend konsolidieren muss. Sie verweisen darauf, dass ein Teil der Kosten für viele Forstbetriebe lange vorhersehbar gewesen sei. Gemeint sind vor allem Schäden und Anpassungsmaßnahmen, die aus Trockenheit, Hitze, Schädlingen und dem notwendigen Umbau hin zu widerstandsfähigeren Beständen resultieren.
Hinzu kommt die Struktur des österreichischen Waldbesitzes. Er ist ungleich verteilt: Zehntausende Forstwirte bewirtschaften kleine Flächen, daneben gibt es einige große Akteure. Den Bundesforsten gehören rund 20 Prozent des Waldes. Förderungen aus dem Waldfonds verteilen sich damit auf sehr unterschiedliche Betriebsgrößen und Interessenlagen – von kleineren Privatwaldbesitzern bis zu großen Forstunternehmen.
Die bisherige Bilanz des Fonds fällt aus Sicht seiner Befürworter beachtlich aus. Er habe in den vergangenen Jahren viele Projekte ermöglicht, die ohne öffentliche Unterstützung nicht umgesetzt worden wären. Kritisch bleibt aber die Frage, ob ein eigenes Milliarden- oder Millionenprogramm für den Forstbereich in einer Budgetlage weiterzuführen ist, in der andere Ausgaben unter Druck geraten.
Wie der Fonds ab 2027 genau aussehen soll, ist damit vor allem eine Frage der politischen Prioritäten: Auf der einen Seite steht die ÖVP, die den Waldbesitz traditionell als förderwürdig ansieht. Auf der anderen Seite steht der Sparzwang des Bundes, der eigentlich gegen neue Dauerbelastungen spricht. Dass das Instrument dennoch verlängert werden soll, zeigt, wie umstritten die Verteilung öffentlicher Mittel in der aktuellen Budgetsituation bleibt.









