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USA treiben im Tech-Konflikt mit China den Staatskapitalismus voran

Redaktionelle Szene zum Thema „USA treiben im Tech-Konflikt mit China den Staatskapitalismus voran“

Im Machtkampf mit China um Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Rohstoffe setzen die USA unter Präsident Donald Trump verstärkt auf staatliche Eingriffe in Schlüsselbranchen. Was lange als Widerspruch zum amerikanischen Marktkapitalismus galt, wird in Washington zunehmend als Instrument der Industrie- und Sicherheitspolitik eingesetzt. Auch in Europa wächst der Druck, diesem Kurs zu folgen.

Besonders deutlich wird das beim Zugriff auf strategische Rohstoffe und bei Halbleitern. Projekte, die früher wirtschaftlich schwach erschienen, gelten nun als politisch erwünscht, wenn sie die Abhängigkeit von China verringern können. Dazu zählt auch eine Mine des Konzerns Rio Tinto im US-Bundesstaat Utah, die in diesem Zusammenhang als Beispiel für die neue Prioritätensetzung steht. Die Versorgung mit Silizium und anderen kritischen Materialien ist für die Chipproduktion und damit für den gesamten KI-Sektor zentral.

Die US-Regierung greift dabei nicht nur lenkend ein, sondern setzt auch auf direkte Beteiligungen, Förderungen und in Einzelfällen auf Verstaatlichung. Ziel ist es, Lieferketten für Technologien und Rohstoffe abzusichern, die für militärische, industrielle und digitale Anwendungen als besonders wichtig gelten. In der politischen Debatte wird dieses Vorgehen mit Begriffen wie einer modernen „Pax Silica“ beschrieben.

Der Kurs markiert einen deutlichen Bruch mit der früheren Zurückhaltung des Staates in der Wirtschaft. Statt auf reine Marktkräfte zu vertrauen, rückt die Kontrolle über Schlüsselunternehmen und Rohstoffquellen in den Vordergrund. Der Hintergrund ist der verschärfte Wettbewerb mit China, das bei vielen Vorprodukten und Rohstoffen eine dominante Stellung innehat.

Auch die Europäische Union beobachtet diese Entwicklung nicht nur, sondern passt sich teilweise an. In Brüssel wächst die Bereitschaft, industrielle Kernbereiche stärker zu fördern und strategische Abhängigkeiten abzubauen. Damit rückt eine Wirtschaftspolitik näher, die Sicherheit, Versorgung und geopolitische Unabhängigkeit stärker gewichtet als bisher.

Für Unternehmen in der Technologie- und Rohstoffbranche bedeutet das mehr staatliche Einflussnahme, aber auch neue Chancen auf Unterstützung. Ob sich daraus ein dauerhafter Umbau der westlichen Wirtschaftspolitik entwickelt, hängt wesentlich davon ab, wie lange der Konflikt mit China anhält und wie weit die USA und Europa bereit sind, in den Markt einzugreifen.

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