In der Ukraine hat Russisch keinen Schutzstatus mehr. Damit können Schulen den Russischunterricht künftig stärker einschränken, und auch Behörden müssen Dienstleistungen nicht mehr in russischer Sprache anbieten.
Die Regelung reiht sich in die seit Jahren laufende Sprachpolitik des Landes ein, das nach der russischen Invasion 2022 die Rolle des Ukrainischen weiter gestärkt hat. Russisch bleibt zwar im Alltag vieler Menschen präsent, vor allem im Osten und Süden des Landes, erhält aber durch die neue Vorgabe keinen besonderen rechtlichen Schutz mehr.
Für den Schulbereich bedeutet das vor allem mehr Spielraum für die Behörden und die Bildungseinrichtungen vor Ort. Welche konkreten Einschränkungen im Unterricht daraus folgen, hängt von den jeweiligen nationalen und regionalen Vorgaben ab. Auch im Kontakt mit staatlichen Stellen dürfte die Umstellung spürbar sein, weil Services auf Russisch nicht mehr verpflichtend bereitgestellt werden müssen.
Die Entscheidung ist politisch sensibel, weil Sprachfragen in der Ukraine seit langem eng mit Identität, Staatlichkeit und der Abgrenzung von Russland verbunden sind. Seit Kriegsbeginn hat Kiew die Ukrainisierung des öffentlichen Lebens beschleunigt, zugleich aber immer wieder darauf hingewiesen, dass Minderheitensprachen in anderen Bereichen weiterhin geschützt bleiben sollen.
Russisch war in der Ukraine historisch weit verbreitet. Nach dem Angriff Russlands auf das Land hat sich die gesellschaftliche und politische Stimmung jedoch deutlich verschoben. Die neue Regelung setzt diesen Kurs fort und dürfte auch außerhalb des Bildungswesens Folgen haben, etwa in der Verwaltung und im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern.









