Bei der Geburtstagsparade für König Charles III. in London haben sich am Samstag auffallend viele Erstbesucher unter die Royals-Fans gemischt. Entlang der Prachtstraße The Mall und vor dem Buckingham Palace verfolgten Tausende die jährliche „Trooping the Colour“-Zeremonie, die offiziell den Geburtstag des Monarchen feiert, obwohl Charles erst im November tatsächlich geboren wurde.
Für viele war es ein Ausflug mit klarer politischer und emotionaler Note: Sie wollten die Monarchie bewusst unterstützen. „Es fühlt sich richtig an, die Royals zu unterstützen“, sagte eine Besucherin aus Belfast, die wie andere in rot-weiß-blauen Farben und mit Union-Jack-Accessoires gekommen war. Auch aus dem englischen Norden reisten Familien nach London, um die Parade erstmals vor Ort zu sehen, nachdem sie die Zeremonie bisher nur aus dem Fernsehen kannten.
Die Stimmung an der Route blieb festlich, trotz der jüngsten Turbulenzen im Umfeld des Königshauses. Auch die anhaltenden Belastungen durch die Affäre um Prinz Andrew konnten die Resonanz auf die Parade nicht merklich trüben. Vor allem Familien mit Kindern nutzten den Termin, um die militärische Zeremonie und den Auftritt der königlichen Familie aus nächster Nähe zu erleben.
Die „Trooping the Colour“-Parade zählt zu den wichtigsten Ritualen im britischen Staatskalender. Traditionell wird der offizielle Geburtstag des Monarchen an einem Samstag im Juni gefeiert, weil das Wetter die Chancen auf eine große öffentliche Beteiligung erhöht. Für die Monarchie ist der Aufmarsch auch ein Schaulaufen der Kontinuität: Militär, Hof und Öffentlichkeit treten dabei in einer Inszenierung zusammen, die weit über Großbritannien hinaus verfolgt wird.
Gerade in einer Phase, in der das Ansehen der Royal Family immer wieder durch interne Konflikte und Skandale belastet ist, bleibt die Parade für viele Anhänger ein sichtbares Bekenntnis zur Institution. Der Andrang in London zeigte, dass die royale Symbolik weiterhin mobilisieren kann – nicht nur bei langjährigen Fans, sondern auch bei jenen, die erst in diesem Jahr den Weg zur Parade fanden.









