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Trotz Waffenruhe in der Straße von Hormus bleibt die Energiekrise bestehen

Redaktionelle Szene zum Thema „Trotz Waffenruhe in der Straße von Hormus bleibt die Energiekrise bestehen“

US-Präsident Donald Trump hat das Ende des Kriegs mit dem Iran verkündet und eine baldige Wiederöffnung der Straße von Hormus angekündigt. Für die weltweiten Energiemärkte ist das aber noch kein Signal für Entwarnung: In der strategisch wichtigen Meerenge zwischen Iran und Oman sitzen weiter Hunderte Frachtschiffe und Tanker fest, und die Öl- und Energiemärkte reagieren vorerst nur vorsichtig.

Trump sagte am Rande des G7-Gipfels, eine Mission europäischer Staaten zur Sicherung der Schifffahrt werde nicht gebraucht. Die Meerenge sei bereits teilweise geöffnet, am Freitag solle sie „vollständig geöffnet“ sein, wenn die USA und der Iran ein Abkommen zur Beendigung des Krieges unterzeichnen wollten. Tatsächlich sind zwar am Dienstag mehrere Schiffe durch die Wasserstraße gefahren, darunter auch iranische Öltanker und mindestens drei Containerschiffe. Das lag aber noch im Rahmen der sehr geringen Zahl an Durchfahrten der vergangenen Wochen.

Nach Angaben der Schiffstrackingseite Portwatch passierten zwischen 28. Februar und 1. Juni rund 670 Schiffe die Meerenge – im Schnitt sechs bis sieben pro Tag. Vor Kriegsbeginn waren es zeitweise mehr als 100 täglich. Die Zahlen zeigen, wie stark der Verkehr seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran eingebrochen ist. Vor allem der Energiesektor spürt die Folgen: Die Unsicherheit hat Lieferketten gestört und die Preise für Öl und andere Energieträger nach oben getrieben.

Der Preis für Brent-Rohöl fiel am Sonntag zwar auf rund 80 US-Dollar pro Barrel und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Krieges. Das ist jedoch kein Beleg für eine schnelle Normalisierung. Marktteilnehmer beobachten weiter, ob die angekündigten politischen Schritte tatsächlich umgesetzt werden und ob die Seepassage dauerhaft offen bleibt.

Besonders heikel bleibt die Lage für die Schifffahrt. Mehr als 400 Fracht- und Tankschiffe sitzen nach den vorliegenden Angaben im Persischen Golf fest und warten darauf, die Meerenge passieren zu können. Selbst wenn sich die militärische Lage entspannt, dürften die Folgen für Handel, Transport und Energieversorgung noch länger spürbar bleiben. Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Öltransport so bedeutend, dass schon kurze Unterbrechungen internationale Preisschübe auslösen können.

Dass sowohl der Iran als auch die USA am Dienstag angekündigt haben, die freie Durchfahrt nicht weiter blockieren zu wollen, ist daher vor allem ein politisches Signal. Für die Märkte zählt aber mehr, ob daraus auch verlässliche Sicherheit wird. Solange diese fehlt, bleibt die Energiekrise trotz der verkündeten Kriegsbeendigung ein reales Risiko.

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