Die Track Night Vienna feiert am Samstag im LAZ Wien ihr zehnjähriges Jubiläum – vorerst wohl zum letzten Mal an diesem Ort. Die Bahn, auf der seit Jahren internationale Leichtathletik direkt vor den Augen der Fans stattfindet, gilt inzwischen als Sicherheitsrisiko für die Athleten. Veranstalter Christoph Sander spricht von einer Oberfläche als „Fleckerlteppich“ und von „Wurzelwellen“: „Da kannst du nicht mehr laufen“, sagt er.
Bei der Jubiläumsausgabe werden ab 13 Uhr rund 600 Athletinnen und Athleten in knapp 30 Bewerben erwartet. Das Konzept mit enger Zuschauernähe gehört seit dem Start zu den Markenzeichen der Veranstaltung. Genau diese spektakuläre Atmosphäre bekommt nun aber einen bitteren Beigeschmack: Die Anlage stößt an ihre Grenzen, und die Schäden auf der Bahn sind nach Angaben der Veranstalter nicht mehr nur ein optisches Problem.
Sander verweist auch auf konkrete Risiken im Wettkampfbetrieb. Im Vorjahr habe ein Athlet durch eine Bremsbewegung ein Stück Tartan aufgerissen. Für die Läuferinnen und Läufer geht es damit nicht mehr bloß um Komfort, sondern um Belastung, Grip und Verletzungsgefahr auf einer Oberfläche, die den Anforderungen des internationalen Wettkampfs immer schwerer standhält.
Die finanziellen Folgen sind ebenfalls deutlich. Rund ein Drittel des Budgets fließt mittlerweile in infrastrukturelle Maßnahmen. Das zeigt, wie stark die Organisation inzwischen von einem Problem geprägt ist, das sportlich eigentlich im Hintergrund bleiben sollte: Statt in zusätzliche Angebote oder die Weiterentwicklung des Meetings zu investieren, muss ein erheblicher Teil der Mittel in die Instandhaltung der Anlage gehen.
Für die Zukunft der Track Night Vienna wird deshalb ein neuer Standort geprüft. Stadlau gilt als eine Option. Pläne für eine Renovierung des Geländes im LAZ Wien gibt es zwar seit längerer Zeit, passiert ist bislang aber nichts. Damit steht das Meeting, das sich über ein Jahrzehnt als fixer Termin im heimischen Leichtathletikkalender etabliert hat, vor einer Standortfrage, die über die nächste Saison hinausgeht.
Ob und wann im LAZ Wien noch einmal internationale Spitzenleichtathletik auf dieser Bahn möglich ist, bleibt offen. Klar ist nur: Für ein Meeting, das von Nähe, Tempo und direkter Stimmung lebt, ist die eigene Anlage längst zum größten Unsicherheitsfaktor geworden.









