Bei der Fußball-WM stehen diesmal gleich sieben Brüderpaare im Kader der teilnehmenden Nationen. Vier von ihnen laufen nicht für dasselbe Land auf, zwei Duos haben bereits den höchsten Titel im Fußball gewonnen. Damit bekommt ein altes WM-Motiv neue Aktualität: Familienbande treffen auf Nationalhymnen, und aus Brüdern werden auf dem Rasen Gegner.
Williams, Hernández und Doué: Brüder mit unterschiedlichen Wegen
Besonders prominent sind Inaki und Nico Williams. Beide spielen bei Athletic Bilbao, international gehen sie aber getrennte Wege: Inaki für Ghana, Nico für Spanien. Der ältere Bruder ist 31 Jahre alt und kommt auf 26 Länderspiele für Ghana, Nico ist 23 und bringt es bereits auf 30 Einsätze für Spanien. Für beide ist es die erste WM. Während Inaki mit Ghana noch auf den großen Durchbruch wartet, gehört Nico nach dem EM-Titel 2024 zu jenen Spielern, die Spanien auch bei dieser Endrunde weit bringen sollen.
Auch bei Derrick Luckassen und Brian Brobbey fällt die Entscheidung für unterschiedliche Nationalteams ins Gewicht. Luckassen, 30, absolvierte zunächst 21 U-Länderspiele für die Niederlande, entschied sich dann aber für Ghana und gab dort am 30. März sein Debüt. Brian Brobbey, 24, blieb bei seinem Geburtsland Niederlande und kommt bereits auf 13 A-Länderspiele. Auch für dieses Brüderpaar ist die WM-Premiere.
Guéla und Désiré Doué komplettieren den Kreis der WM-Debütanten unter den Brüdern. Guéla, 23, spielt für die Elfenbeinküste und hat 21 Länderspiele absolviert. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Désiré läuft für Frankreich auf und ist mit Paris Saint-Germain Champions-League-Sieger. Damit stehen die Brüder aus derselben Familie, aber unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen, erstmals auf der WM-Bühne.
Erfahrung, Titel und direkte Duelle
Am meisten internationale Trophäen vereinen Lucas und Theo Hernández auf sich. Der ältere Lucas spielte sich mit Frankreich 2022 zum Weltmeister, Theo holte mit dem Team 2021 die Nations League und stand ebenso im Weltmeisterkader. Sein jüngerer Bruder Theo ist ebenfalls ein Fixpunkt im französischen Team. Beide gehören zu jener Generation, die bei großen Turnieren regelmäßig um die letzten Titel mitspielt.
Solche Brüderpaare prägen Weltmeisterschaften seit Jahren. Mal laufen sie Seite an Seite im selben Team auf, mal stehen sie sich als Gegner gegenüber. Die Mischung aus familiärer Nähe und sportlicher Rivalität macht diese Konstellationen besonders, weil sie den Turnieralltag mit einer privaten Ebene verknüpfen, die auf diesem Niveau selten so sichtbar wird.
Genau deshalb sind Brüder an einer WM mehr als nur eine statistische Randnotiz. Sie erzählen von unterschiedlichen Karrieren, Nationalteam-Entscheidungen und von Wegen, die trotz gemeinsamer Herkunft auseinanderführen können. In diesem Turnier gilt das für gleich mehrere Duos gleichzeitig.









