Anna Gandler trainiert ab sofort für ein Jahr nicht mehr im ÖSV-System, sondern arbeitet in Frankreich mit den Brüdern Claude zusammen. Die 25-jährige Biathletin hat ihre Entscheidung jetzt näher erklärt und dabei betont, dass es rund um den Wechsel teils „ganz wilde“ Kommentare gegeben habe.
Gandler stellt damit klar, dass der Schritt nicht aus einer spontanen Laune heraus erfolgt ist. Ausschlaggebend sei gewesen, dass sie ihren Trainingsalltag und die sportliche Entwicklung anders gestalten wolle. Die Tirolerin will die kommende Saison außerhalb der gewohnten ÖSV-Strukturen bestreiten und sich in einem unabhängigen Umfeld auf die nächsten Aufgaben vorbereiten.
Die Biathletin zählt seit Jahren zu den bekannten Namen im österreichischen Frauen-Team. Der Wechsel ist deshalb auch sportlich relevant, weil Gandler damit vorerst einen anderen Weg geht als der Rest des ÖSV-Kaders. In einer Sportart, in der Trainingssteuerung, Betreuung und Regeneration eng ineinandergreifen, ist ein solcher Schritt ungewöhnlich, aber nicht beispiellos.
Unabhängiges Training im Ausland kann für Athletinnen und Athleten mehr Freiraum bringen, verlangt aber auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Gerade im Biathlon, wo Schießen und Laufen in kurzer Zeit präzise zusammenpassen müssen, sind stabile Abläufe und verlässliche Betreuung entscheidend. Für Gandler wird die Arbeit mit den Claude-Brüdern nun zum zentralen Baustein ihrer Vorbereitung.
Mit ihrer Richtigstellung reagiert die 25-Jährige auch auf Spekulationen rund um ihre Entscheidung. Sie will den Wechsel als bewusst gewählten sportlichen Schritt verstanden wissen – und nicht als Zeichen eines Konflikts mit dem österreichischen Verband. Für den ÖSV bedeutet das zumindest vorerst den Verlust einer Athletin, die im Weltcup und im österreichischen Team weiterhin eine Rolle spielt.









