Der britische Musiker Sting sieht einen Zusammenhang zwischen der Krise des modernen Mannes und dem Wegfall körperlicher Arbeit. Männer würden ihre Hände immer weniger zum Arbeiten benutzen, sagte der 74-Jährige dem „Guardian“ und führte das als möglichen Grund für toxische Ausprägungen von Männlichkeit an.
„Ich habe keine Antworten, aber vielleicht kommt das Toxische in der Gesellschaft daher, dass wir das Ziel für unsere Energie verloren haben, diese männliche Kraft“, sagte Sting. Die Aussage fällt in eine Phase, in der Debatten über Rollenbilder, Aggression und Unsicherheit in der Gegenwartskultur erneut an Gewicht gewonnen haben.
Sting äußerte sich im Zusammenhang mit seinem Musical „The Last Ship“, das sich mit der Arbeit auf einer Werft und dem sozialen Umfeld traditioneller Industrie beschäftigt. Das Stück greift damit genau jene Arbeitswelt auf, die für viele Männer früher Identität, Struktur und gesellschaftliche Anerkennung stiftete.
Der Musiker, der seit Jahrzehnten auch als Songwriter und Theaterautor arbeitet, knüpft mit seinen Überlegungen an ein zentrales Motiv seines Werks an: Arbeit nicht nur als Broterwerb, sondern als körperliche und soziale Erfahrung. Mit dem Rückgang solcher Tätigkeiten, so seine These, gerate auch ein Teil männlicher Selbstverortung ins Wanken.









