Österreichs Hochschulen geraten unter Spardruck, und aus Sicht des Bildungsforschers Hans Pechar verschärft das ein bekanntes Strukturproblem: Universitäten und Fachhochschulen sind seiner Ansicht nach nicht mehr richtig austariert. Das führe zu teuren Ineffizienzen im System, sagt Pechar, der seit Jahren zur Hochschulpolitik arbeitet.
Im Kern geht es um die Frage, ob Österreich seine Studienplätze und Forschungsressourcen dort einsetzt, wo sie den größten Nutzen bringen. Pechar kritisiert, dass an den Universitäten zu viele Studierende lange im System bleiben, ohne einen Abschluss zu schaffen. Gleichzeitig seien die Fachhochschulen stärker auf berufspraktische Ausbildung ausgerichtet und würden im Vergleich oft zu wenig ausgebaut. Das belaste nicht nur die Budgets, sondern auch die Studienorganisation.
Debatte über die richtige Aufgabenverteilung
Die Schieflage zwischen Universität und Fachhochschule ist in Österreich seit Jahren ein Thema. Universitäten sind für breite akademische Ausbildung und Forschung zuständig, Fachhochschulen für stärker verschulte, anwendungsorientierte Studiengänge. Wenn beide Bereiche unter finanziellen Druck geraten, werden die Unterschiede in ihren Aufgaben aus Sicht von Experten besonders relevant: Studierende müssten rascher durch das System geführt werden, ohne die Qualität zu verlieren.
Pechar sieht genau dort Handlungsbedarf. Wer ein Studium beginne, solle besser begleitet und früher zu einem Abschluss geführt werden. Andernfalls koste jeder zusätzliche Semesteraufenthalt Geld – für die öffentliche Hand ebenso wie für die Betroffenen selbst. Die Debatte fällt in eine Phase, in der die öffentlichen Mittel für den Hochschulsektor unter Druck stehen und die Einrichtungen auf effizientere Strukturen angewiesen sind.
Folgen für Budget und Studienbetrieb
Die Folgen reichen über einzelne Studienrichtungen hinaus. Wenn viele Studierende an den Universitäten länger bleiben als vorgesehen oder keinen Abschluss erreichen, binden sie Lehrkapazitäten, Prüfungsleistungen und Infrastruktur, die an anderer Stelle fehlen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Fachhochschulen, mehr Studienplätze und praxisnahe Ausbildungen bereitzustellen, obwohl auch dort die finanziellen Spielräume begrenzt sind.
Für die Hochschulpolitik bedeutet das eine heikle Balance: Einerseits soll der Zugang zur tertiären Bildung offen bleiben, andererseits sollen Mittel gezielter eingesetzt werden. Pechars Kritik zielt damit nicht nur auf einzelne Institutionen, sondern auf die Grundarchitektur des österreichischen Hochschulsystems. Unter Sparvorgaben wird diese Frage drängender, weil ineffiziente Strukturen schwerer zu finanzieren sind.









