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Serbiens Bahn stoppt Verkehr vor erwartetem Großprotest in Belgrad

Redaktionelle Szene zum Thema „Serbiens Bahn stoppt Verkehr vor erwartetem Großprotest in Belgrad“

Vor einem großen Studentenprotest in Belgrad haben die Serbischen Eisenbahnen den Zugverkehr im gesamten Land überraschend eingestellt. Auf der Website des staatlichen Unternehmens Srbija Voz erschien am Samstag um 4.15 Uhr eine knappe Mitteilung, wonach bis auf Weiteres keine Züge in ganz Serbien fahren.

Eine Begründung nannte das Unternehmen nicht. Auch am Fahrkartenschalter in der nördlichen Grenzstadt Subotica erhielten Reisende am Samstagmorgen laut einem vor Ort anwesenden Reporter nur den Hinweis, dass der Verkehr eingestellt sei. Warum das geschehen sei, blieb offen.

Der Schritt reiht sich in eine Serie ähnlicher Maßnahmen ein. Schon im März und im Juni des Vorjahres war der Zugverkehr an Tagen geplanter großer Studentenproteste gestoppt worden. Damals wurden jeweils anonyme Bombendrohungen als Erklärung angeführt. Kritiker sahen darin den Versuch, Menschen aus anderen Landesteilen an der Anreise zu den Kundgebungen zu hindern.

Die Protestbewegung richtet sich seit Monaten gegen Korruption und Missmanagement unter Präsident Aleksandar Vučić und seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS). Für Samstagabend war am Slavija-Platz im Zentrum von Belgrad erneut eine große Demonstration angekündigt. Die Organisatoren rechneten mit einer hohen Beteiligung.

Auch aus dem Ausland gab es Kritik an dem plötzlichen Verkehrsstopp. Der Leiter der SPÖ-EU-Delegation, Andreas Schieder, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur APA von Angst der Regierung vor den eigenen Bürgern. Wenn eine Regierung Züge stoppe, um Menschen von Demonstrationen fernzuhalten, sei das kein Zeichen von Stärke, sondern von Panik, sagte Schieder.

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