In Österreich laufen derzeit zwei Mitmachaktionen zum Schutz von Natur und Artenvielfalt: Bis 9. August können Freiwillige Schmetterlinge zählen, bis 1. September wird online ein „Fluss des Jahres“ gewählt. Beide Projekte setzen auf Bürgerbeteiligung und sollen Daten liefern, die für Forschung und Naturschutz relevant sind.
Bei der Schmetterlings-Zählung rufen „Blühendes Österreich“ und „Natur im Garten“ dazu auf, 15 Minuten lang an einem sonnigen Ort Falter zu beobachten, zu fotografieren und die Sichtungen zu melden. Mitmachen kann man etwa im Garten, auf dem Balkon, in Parks oder auf Blumenwiesen. Die Beobachtungen lassen sich über die kostenlose App „Schmetterlinge Österreichs“ oder über schmetterlingsapp.at eintragen.
Die gesammelten Meldungen sollen helfen, die Bestände und die Verbreitung der Tiere besser zu dokumentieren. Schmetterlinge gelten als empfindliche Indikatoren für den Zustand ihrer Lebensräume. Die Daten fließen auch in die Erstellung der Roten Liste Österreichs ein, mit der gefährdete Arten erfasst werden.
Der Hintergrund ist ernst: Viele Insektenarten stehen seit Jahren unter Druck. Als Ursachen gelten unter anderem der Verlust geeigneter Lebensräume, intensive Landwirtschaft und der Rückgang blütenreicher Flächen. Gerade deshalb setzen Naturschutzinitiativen zunehmend auf einfache Formen der Bürgerwissenschaft, bei denen große Datenmengen mit vergleichsweise geringem Aufwand erhoben werden können.
Neun Flüsse stehen zur Wahl
Parallel dazu lässt der WWF erstmals die Bevölkerung über den „Fluss des Jahres“ abstimmen. Zur Wahl stehen neun Flüsse, je einer aus jedem Bundesland. Unter den nominierten Gewässern befinden sich etwa der Kamp, die Lafnitz und der Lech. Die Auswahl erfolgte nach Kriterien wie Artenvielfalt, ökologischem Zustand und Schutzbedarf.
Mit der Wahl will der WWF den Blick auf den Zustand österreichischer Flüsse lenken. Viele Gewässer sind durch Verbauung, Wasserkraft und die Folgen der Klimakrise belastet. Das Online-Voting läuft bis 1. September.
Beide Aktionen zeigen, dass Naturschutz nicht nur in Fachgremien stattfindet, sondern auch mit einfachen Mitteln im Alltag beginnen kann: beim Zählen von Schmetterlingen oder beim Abstimmen für einen Fluss, der aus Sicht der Initiatoren besondere Aufmerksamkeit verdient.









