Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Regierung will Netzausbau bis 2040 um 4,1 Milliarden Euro billiger machen

Redaktionelle Szene zum Thema „Regierung will Netzausbau bis 2040 um 4,1 Milliarden Euro billiger machen“

Die Regierung will bis 2040 rund 4,1 Milliarden Euro beim Ausbau der Stromnetze einsparen. Dafür setzt sie auf Digitalisierung, bessere Planung und mehr Transparenz bei den Projekten. Gleichzeitig soll eine Reform der Zuständigkeiten im Energiesektor dafür sorgen, dass Genehmigungen und Verfahren schneller werden.

Hintergrund ist der Umbau des Energiesystems: Mit dem wachsenden Anteil von Wind- und Solarstrom müssen auch die Netze erweitert und verstärkt werden. Laut Energieministerium entfällt bereits heute mehr als ein Drittel der Stromkosten auf Netzgebühren. Gelingt es, den Netzausbau günstiger zu machen, könnte das auch den Druck auf die Strompreise dämpfen.

Digitalisierung und neue Planung

Im Zentrum der geplanten Einsparungen stehen effizientere Abläufe. Netzausbauprojekte sollen stärker koordiniert, Doppelgleisigkeiten vermieden und Investitionen frühzeitiger aufeinander abgestimmt werden. Die Reformpartnerschaft aus Bund, Ländern und Gemeinden will damit teure Verzögerungen und nachträgliche Anpassungen reduzieren.

Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) spricht in diesem Zusammenhang von der „größten Kompetenzentflechtung seit Bestehen der Verfassung“. Ein Jahr lang verhandelten die Gebietskörperschaften über die Grundzüge einer Staatsreform, die in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Verwaltung und Energie Zuständigkeiten neu ordnen soll. Das Ziel: Verfahren vereinfachen und Entscheidungen beschleunigen.

Kontroverse um Energiegesetze

Politisch besonders umstritten ist ein anderer Punkt der Reform: Die Regierung will die bisher notwendige Zweidrittelmehrheit für Energiegesetze abschaffen. Damit würden künftige Änderungen im Energierecht leichter durchsetzbar. Kritiker sehen darin einen Eingriff in bestehende Machtbalancen zwischen Bund und Ländern, Befürworter verweisen auf den Reformbedarf angesichts der beschleunigten Energiewende.

Für die Stromkundinnen und Stromkunden ist die Debatte nicht nur institutionell, sondern auch finanziell relevant. Netzgebühren sind ein wesentlicher Bestandteil der Stromrechnung. Ob die geplanten Einsparungen tatsächlich in geringerem Tempo steigende Netzkosten und damit niedrigere Belastungen bringen, hängt nun davon ab, wie rasch die Reform umgesetzt wird und ob die neuen Verfahren in der Praxis funktionieren.

Diesen Artikel teilen