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Italien treibt Zulaufstrecken zum Brenner-Basistunnel voran

Redaktionelle Szene zum Thema „Italien treibt Zulaufstrecken zum Brenner-Basistunnel voran“

Während der Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel in Bayern weiter umstritten ist, kommt Italien bei den eigenen Zulaufstrecken deutlich voran. Entlang der Südseite der Brennerachse wird seit Jahren gebaut, um die Verbindungen an den Tunnel anzuschließen und den künftigen Güterverkehr aufzunehmen.

Der Brenner-Basistunnel selbst gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Damit er nach der geplanten Inbetriebnahme seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es auf beiden Seiten leistungsfähige Anbindungen. In Italien betrifft das vor allem die Achse von Verona Richtung Brenner sowie mehrere Abschnitte, die den Fern- und Güterverkehr entlasten und beschleunigen sollen.

Mehrere Projekte im Bau

Auf der Südseite sind nach den verfügbaren Informationen mehrere Teilstrecken bereits in Umsetzung. Dazu zählen Aus- und Neubauten entlang der bestehenden Brennerbahn ebenso wie Arbeiten an Knotenpunkten und Zuläufen im Raum Südtirol und im nördlichen Italien. Ziel ist es, den Verkehr schrittweise von der überlasteten Bestandsstrecke auf leistungsfähigere Trassen zu verlagern.

Im Unterschied zu Bayern, wo Planungen und politische Konflikte den Nordzulauf immer wieder verzögert haben, ist die italienische Seite beim Ausbau der Infrastruktur seit längerem in einer aktiven Bauphase. Das betrifft nicht nur einzelne Abschnitte, sondern den gesamten Korridor Richtung Verona, der für den späteren Betrieb des Brenner-Basistunnels entscheidend ist.

Warum die Zuläufe so wichtig sind

Der Tunnel allein löst die Verkehrsprobleme am Brenner nicht. Erst die Zulaufstrecken machen es möglich, Züge schneller und mit größeren Kapazitäten über die Alpen zu bringen. Für den Schienengüterverkehr ist das besonders relevant, weil der Brennerkorridor zu den wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas zählt und seit Jahren stark belastet ist.

Auch wirtschaftlich ist der Fortschritt auf italienischer Seite bedeutend. Je besser die Anbindung an den BBT funktioniert, desto eher können Verlagerungseffekte vom Lkw auf die Schiene eintreten. Das ist nicht nur für den Transitverkehr, sondern auch für Industrie, Logistik und die Regionen entlang der Strecke von Gewicht.

Österreich wartet weiter auf den nördlichen Anschluss

Für Österreich und Bayern bleibt damit der Blick auf die Nordseite entscheidend. Solange dort zentrale Trassenfragen offen sind, klafft zwischen Tunnel und bestehender Infrastruktur eine Lücke. Italien versucht diese mit laufenden Bauarbeiten zu schließen, damit der Brenner-Basistunnel nach seiner Fertigstellung nicht an der Grenze ausgebremst wird.

Die Asymmetrie auf den beiden Seiten der Alpen zeigt, wie unterschiedlich weit die Vorbereitungen für eines der wichtigsten Bahnprojekte im europäischen Güterverkehr inzwischen fortgeschritten sind.

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