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Pirlo und Materazzi in Moskau lösen Kritik aus

Redaktionelle Szene zum Thema „Pirlo und Materazzi in Moskau lösen Kritik aus“

Die früheren italienischen Fußball-Weltmeister Andrea Pirlo und Marco Materazzi haben mit einem Besuch in Moskau heftige Reaktionen ausgelöst. Die beiden 2006er-Champions nahmen am Sonntag an Veranstaltungen rund um den russischen Fußball teil und verfolgten im Luschniki-Stadion das Cup-Finale zwischen Spartak Moskau und Krasnodar, das Spartak im Elfmeterschießen gewann.

Die Reise fiel zeitlich mit einem der schwersten russischen Luftangriffe auf Kiew zusammen. Am selben Tag griffen russische Streitkräfte die ukrainische Hauptstadt mit Drohnen und Raketen an, wobei nach ukrainischen Angaben auch zivile Infrastruktur getroffen wurde. Dass sich ausgerechnet zwei prominente Ex-Profis aus Italien in Moskau aufhielten, sorgte deshalb in sozialen Medien für scharfe Kritik.

Pirlo und Materazzi waren den Angaben zufolge im Rahmen des von russischen Fußballstrukturen organisierten „Tags des Fußballs“ in der russischen Hauptstadt. Auf dem Programm standen Autogrammstunden, ein Freundschaftsspiel, Kinderaktivitäten und Fototermine mit russischen Fußballern. Zu den Teilnehmern zählte auch Artem Dzyuba, der in Russland als prominente Fußballfigur und öffentlicher Unterstützer von Präsident Wladimir Putin gilt.

Besonders deutlich fiel die Reaktion aus der Ukraine aus. Der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch, der bei den Olympischen Spielen wegen des russischen Angriffs ausgeschlossen wurde, sprach von einer Schande und einem „moralischen Bankrott“. Auch in italienischen Medien und Online-Kommentaren wurde der Auftritt der beiden Weltmeister als problematisch kritisiert, weil er in unmittelbarer Nähe zu Russlands Krieg gegen die Ukraine stattfand.

Pirlo, Weltmeister von 2006 und langjähriger Stratege im italienischen Mittelfeld, und Materazzi, der Abwehrspieler aus dem WM-Finale von Berlin, sind in ihrer Heimat bis heute hoch angesehene Fußballnamen. Gerade deshalb bekam ihr Auftritt in Moskau eine größere politische Dimension als ein gewöhnlicher Vereins- oder Sponsorentermin. Der Besuch steht nun weniger für Fußball als für die Frage, wie weit sich internationale Sportgrößen in einem von Russland propagandistisch genutzten Rahmen vereinnahmen lassen.

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