Die geplante österreichische Paketabgabe sorgt im Handel weiter für Spannungen. Während große Branchenverbände die neue Abgabe ablehnen, erhalten die Pläne der Regierung aus Teilen des stationären Handels und aus einzelnen Unternehmen Unterstützung. Die Maßnahme soll ab Ende September pro online bestellter Sendung zwei Euro bringen und die Senkung der Umsatzsteuer auf Lebensmittel mitfinanzieren.
Nach den bisherigen Plänen wäre die Abgabe nicht nur auf ausländische Anbieter beschränkt. Weil eine reine Belastung ausländischer Unternehmen rechtlich nicht umsetzbar war, soll die Steuer nun für Verkäufe über große Online-Plattformen gelten, die mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Betroffen wären damit internationale Konzerne wie Amazon, Temu, Shein oder Ebay, aber auch einzelne heimische Anbieter wie Otto Austria.
Genau dieser Punkt erklärt einen Teil des Widerstands. Große Handelsorganisationen warnen vor zusätzlichen Kosten für den Onlinehandel und vor Wettbewerbsverzerrungen. Andere Händler sehen die Sache anders: Sie verweisen darauf, dass der stationäre Handel schon länger unter dem Preis- und Kostendruck der großen Plattformen leidet. Aus ihrer Sicht könnte die Abgabe zumindest einen kleinen Ausgleich schaffen.
Ökonomisch ist die geplante Paketsteuer auch deshalb umstritten, weil der Onlinehandel in Österreich weiter wächst. Für viele Unternehmen ist der grenzüberschreitende Versand längst ein zentraler Vertriebskanal. Jede zusätzliche Gebühr kann deshalb entweder bei den Anbietern oder am Ende bei den Konsumenten landen. Wie stark die Abgabe das Bestellverhalten tatsächlich verändert, ist offen.
Politisch passt die Maßnahme in ein größeres Bild: Die Regierung sucht neue Einnahmen, um andere Vorhaben zu finanzieren, ohne an anderer Stelle stärker zu kürzen. Dass gerade die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel über eine Paketabgabe mitfinanziert werden soll, macht die Vorlage zusätzlich heikel. Für die einen ist sie ein Instrument, um den Onlinehandel stärker an den Kosten zu beteiligen. Für die anderen ist sie ein weiterer Eingriff in einen ohnehin stark belasteten Markt.









