Otto Waalkes zeigt in der Wiener Albertina neue Arbeiten, in denen der deutsche Komiker klassische Kunst mit seinem Ottifanten und ostfriesischem Witz verbindet. Anlass ist der 250. Geburtstag des Museums, das den 77-Jährigen in seine Prunkräume eingeladen hat.
Im Zentrum der Schau stehen Parodien und Übermalungen bekannter Kunstmotive, die Waalkes mit spöttischen Eingriffen verfremdet. So hängt neben einer Zeichnung aus dem Umfeld Gustav Klimts auch eine von Waalkes bearbeitete Version, in der die Figur ins Groteske kippt. Die Pointe liegt im Kontrast zwischen musealem Ernst und kalkulierter Albernheit.
Waalkes arbeitet seit Jahrzehnten nicht nur als Komiker, sondern auch als Zeichner und Maler. Seine Ottifanten-Figuren haben längst Kultstatus erreicht. In der Albertina wird dieser Markenartikel nun in einen kunsthistorischen Rahmen gestellt, der sonst eher mit Dürer, Klimt oder anderen Klassikern verbunden ist.
Die Präsentation knüpft damit an eine Form von Humor an, die im Museum selbst zum Thema wird. Waalkes spielt mit den Erwartungen an Hochkunst, ohne die Vorlagen einfach zu persiflieren. Gerade die Begegnung mit den alten Meistern verleiht den Arbeiten ihren Reiz: Aus Respekt vor dem Original wird kein Abstand gehalten, sondern frech dazwischengefunkt.
Für die Albertina ist die Schau auch ein Signal, das Haus zum Jubiläum bewusst offen für populäre Zugänge zu machen. Waalkes’ Arbeiten holen ein Publikum ab, das den Komiker aus Film, Fernsehen und Bühne kennt, und führen es zugleich in ein klassisches Museumsumfeld. Ob das bloß Späße auf Kosten der Kunst sind oder ein produktives Spiel mit ihrem Kanon, entscheidet sich hier im Blick der Besucherinnen und Besucher.









