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ORF-Generaldirektion: Entscheidung nach langem Hearing-Marathon erwartet

Redaktionelle Szene zum Thema „ORF-Generaldirektion: Entscheidung nach langem Hearing-Marathon erwartet“

Der ORF-Stiftungsrat entscheidet am Donnerstag über die künftige Führung des Senders. Nach einem langen Hearing-Marathon mit den Bewerberinnen und Bewerbern für die Generaldirektion steht am Ende des Tages fest, wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab dem kommenden Jahr leiten soll. Im Rennen ist auch die Frage, wie sich der Stiftungsrat in einer der politisch sensibelsten Personalentscheidungen der vergangenen Jahre positioniert.

Die Hearings selbst verliefen nach außen geordnet. Nach Angaben aus dem Umfeld der Befragungen stand vor allem die inhaltliche Ausrichtung des ORF im Mittelpunkt: Programm, Sparvorgaben, digitale Strategie und die künftige Rolle des Hauses im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und politischem Einfluss. Von offenem Druck war in den Gesprächen keine Rede. Vielmehr wurde auf eine sachliche Atmosphäre verwiesen, in der die Kandidatinnen und Kandidaten ihre Linien darlegten.

Die Wahl gilt als besonders brisant, weil der neue Generaldirektor oder die neue Generaldirektorin nicht nur den laufenden Umbau des Unternehmens steuern muss. Auch die Diskussion über Finanzierung, Struktur und die Position des ORF im Medienmarkt läuft weiter. Für die rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hängt von der Entscheidung ab, wie rasch und in welchem Umfang Reformen umgesetzt werden.

Der Stiftungsrat ist das entscheidende Gremium für die Bestellung an der Spitze des Senders. Die Zusammensetzung des Gremiums hat in der Vergangenheit immer wieder Debatten über parteipolitische Einflüsse ausgelöst. Gerade deshalb wird die heutige Abstimmung als Richtungsentscheidung gelesen – nicht nur für die Personalie selbst, sondern auch für die künftige Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des ORF.

Im Vorfeld war die Auswahl ungewöhnlich breit diskutiert worden. Mehrere Namen wurden in den vergangenen Wochen mit dem Amt in Verbindung gebracht, die Gespräche drehten sich aber letztlich vor allem um Führungsstil, Reformfähigkeit und den Umgang mit dem finanziellen Druck. Dass die Entscheidung erst nach einem langen Hearing-Tag fällt, zeigt auch, wie offen der Ausgang bis zuletzt war.

Am Ende des Tages soll feststehen, wer den ORF in den kommenden Jahren führt. Für den Sender beginnt damit eine Phase, in der die neue Spitze rasch Antworten auf die offenen Struktur- und Budgetfragen liefern muss.

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