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Notre-Dame beschränkt Führungen für Kleingruppen deutlich

Redaktionelle Szene zum Thema „Notre-Dame beschränkt Führungen für Kleingruppen deutlich“

Die Pariser Kathedrale Notre-Dame will den Zugang für Touristenführer deutlich erschweren. Ab Mittwoch sollen Reiseleiter kleine Besuchergruppen nicht mehr frei in das Gotteshaus führen, sondern vorab Zeitfenster reservieren müssen. Die Diözese begründet den Schritt mit dem Wunsch nach mehr Andacht und weniger Andrang im wiedereröffneten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt.

Betroffen sind vor allem Kleingruppen mit bis zu fünf Personen, die bislang ohne fixe Buchung in die Kathedrale kamen. Nach den Angaben aus dem Umfeld der Diözese sollen die verfügbaren Slots für geführte Gruppen stark reduziert werden. Für die Fremdenführer ist das ein massiver Einschnitt: Der französische Berufsverband der Fremdenführer, Dolmetscher und Stadtführer sprach von einer faktischen Ausgrenzung kleiner Gruppen.

Die Maßnahme trifft auf einen Ort, der seit der Wiedereröffnung Ende 2024 wieder zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs zählt. Laut den vorliegenden Angaben betrug der Besucherstrom 2025 mehr als elf Millionen Menschen, im Schnitt rund 30.000 pro Tag. Etwa 500 Kleingruppen sollen täglich durch die Kathedrale geführt worden sein. Mit dem neuen System soll diese Zahl auf nur noch 30 Gruppen pro Tag sinken.

Der Verband sieht darin eine Reduktion um 95 Prozent. Präsident Théo Abramowicz sagte, sämtliche bereits geplanten Führungen für den Sommer habe er absagen und bezahlte Beträge zurückerstatten müssen. Für viele Guides gehe es damit auch um unmittelbare Einkommenseinbußen. Er verwies darauf, dass sich Besucher zwar auch von außen informieren ließen, dies aber nicht dem entspreche, was sie von einer geführten Tour erwarteten.

Die Diözese setzt dagegen auf mehr Ruhe in dem Bauwerk, das nach dem Brand von 2019 fünfeinhalb Jahre lang renoviert wurde. Seit der Wiederöffnung ist Notre-Dame wieder ein zentraler Anziehungspunkt in Paris – zugleich aber auch ein Ort, an dem sich die Frage stellt, wie sich Massentourismus und sakrale Nutzung miteinander vereinbaren lassen. Mit der neuen Reservierungspflicht verschiebt die Kirche nun klar zugunsten eines geordneteren Zugangs und gegen spontane Gruppenbesuche.

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