Nach dem Fund von sogenannten Ewigkeitschemikalien im Grundwasser rund um die OMV-Raffinerie Schwechat wird die Trinkwasserversorgung in Mannswörth umgebaut. Die OMV übernimmt die Kosten für die Umrüstung der Wasserleitungen, damit Anrainerinnen und Anrainer künftig nicht mehr über belastete Brunnen versorgt werden.
Betroffen ist die Katastralgemeinde Mannswörth in der Stadt Schwechat. Dort waren im Umfeld der Raffinerie per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, kurz PFAS, im Grundwasser festgestellt worden. Die Stoffe stehen unter anderem im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein; in der EU gilt seit Anfang dieses Jahres ein neuer Grenzwert für Trinkwasser.
Die Belastung liegt laut den Angaben bis zu dreimal über diesem Grenzwert. Der Befund hatte Mitte Mai für Aufsehen gesorgt, weil damit erstmals in diesem Ausmaß klar wurde, dass die Chemikalien aus dem Bereich der Raffinerie in das umliegende Grundwasser gelangt sind.
Für die betroffenen Haushalte bedeutet der nun angekündigte Leitungsumbau vor allem, dass die Wasserversorgung auf eine neue Grundlage gestellt werden muss. Die Kosten dafür trägt die OMV. Damit soll verhindert werden, dass Anrainer weiterhin mit Wasser aus einem belasteten Gebiet versorgt werden.
Kritik kommt von Greenpeace. Die Umweltorganisation bemängelt, dass bei der aktuellen Vorgangsweise nicht berücksichtigt werde, dass die Anrainer offenbar schon seit Jahrzehnten der Belastung ausgesetzt gewesen sein dürften. Aus ihrer Sicht reicht es nicht, nur die Versorgung für die Zukunft anzupassen.
Der Fall hat damit auch eine wirtschaftliche Dimension: Er betrifft nicht nur Umwelt- und Gesundheitsfragen, sondern auch die Verantwortung eines der größten Industrieunternehmen des Landes für die Folgen seiner Produktion im direkten Umfeld des Standorts. Für die Raffinerie und die Gemeinde Schwechat bleibt die Sanierung des Schadens damit ein Thema, das über den aktuellen Leitungsumbau hinausreichen dürfte.









