Nach den russischen Angriffen auf Kiew in der Nacht auf den Pfingstsonntag hat der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew mit einer sarkastischen und aggressiven Botschaft erneut für Empörung gesorgt. Der heute als Hardliner auftretende Ex-Staatschef schrieb sinngemäß: „Lasst alles brennen mit blauen Flammen!“
Die Äußerung fiel vor dem Hintergrund schwerer Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt, die in der Nacht mehrere Tote und Verletzte gefordert haben sollen und in Kiew sowie in anderen Teilen der Ukraine zu Bränden und Zerstörungen geführt haben. Medwedew, der heute als Vizechef des russischen Sicherheitsrates fungiert, gilt seit Beginn des russischen Angriffskriegs als einer der schärfsten Wortführer des Kreml.
Wiederkehrende Eskalation in der Rhetorik
Medwedew nutzt seit Monaten seine öffentlichen Auftritte und Online-Botschaften, um den Krieg gegen die Ukraine mit immer neuen Provokationen zu begleiten. Seine Wortwahl ist dabei regelmäßig auf Einschüchterung und Verhöhnung ausgelegt. Auch diesmal stand nicht eine politische Analyse im Mittelpunkt, sondern eine offen zynische Reaktion auf den Beschuss der ukrainischen Hauptstadt.
Die Botschaft passt in eine Entwicklung, die westliche Regierungen und Beobachter seit Langem kritisieren: Medwedew hat sich von einem vergleichsweise moderaten Image als Präsident in den Jahren 2008 bis 2012 weit entfernt und tritt heute als einer der aggressivsten Sprecher des russischen Machtapparats auf. Seine Stellungnahme zu den Angriffen auf Kiew dürfte deshalb erneut internationale Kritik auslösen.
Angriffe auf Kiew verschärfen den Druck
Die neue Drohung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte erneut intensiviert hat. Kiew war zuletzt wiederholt Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen. Für die ukrainische Führung ist das ein weiteres Signal, dass der Kreml keinen Kurs auf Deeskalation erkennen lässt. Medwedews Wortwahl wird in diesem Kontext als Teil der psychologischen Kriegsführung gesehen.
Für die Ukraine bleibt damit nicht nur die militärische Bedrohung bestehen, sondern auch der Kampf gegen die verbale Eskalation aus Moskau. Medwedews Botschaften sind dabei längst mehr als bloße Randnotizen: Sie spiegeln die Tonlage wider, mit der russische Spitzenvertreter den Krieg begleiten und international weiter anheizen.









