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„Les Deux“ in Wien: Die Neue Oper zeigt sich mit einem irrwitzigen Trio-Abend erneuert

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Mit „Les Deux“ hat die Neue Oper Wien einen Abend vorgelegt, der den lang gedämpften Erwartungen an das Ensemble erstaunlich selbstbewusst widerspricht. Nach Jahren der Unsicherheit um die Zukunft der Gruppe rund um Walter Kobéra signalisiert die Produktion vor allem eines: Die Neue Oper ist künstlerisch nicht am Ende, sondern sucht mit spürbarem Risiko nach einer neuen Form.

Im Zentrum steht ein Trio-Abend, der in seiner Anlage zwischen Musiktheater, szenischer Zuspitzung und ironischer Brechung pendelt. Gerade diese Mischung verleiht dem Abend jene Unruhe, die ihn aus dem üblichen Repertoirebetrieb heraushebt. Der Titel „Les Deux“ verweist dabei auf eine Konstellation, die weniger auf Eindeutigkeit als auf Reibung setzt. Das Ergebnis ist ein Abend, der nicht auf gefällige Geschlossenheit zielt, sondern auf Brüche, Wechsel und überraschende Wendungen.

Für die Neue Oper Wien hat das auch eine institutionelle Dimension. 2021 stand das langgediente Ensemble unter Druck, nachdem die Wiener Theaterjury wegen einer vermuteten Stagnation zum Förderstopp geraten hatte. Das Rathaus folgte diesem Urteil in abgeschwächter Form. Walter Kobéra, 1956 geboren, sollte zwar noch einige Premieren verantworten können, zugleich aber stand das Aus der Gruppe mit seinem Pensionsantritt im Raum. Vor diesem Hintergrund bekommt jeder neue Abend ein Gewicht, das über die konkrete Aufführung hinausgeht.

„Les Deux“ wirkt nun wie eine demonstrative Gegenantwort auf diese Skepsis. Statt sich in Routine einzurichten, setzt die Produktion auf ein Spiel mit Tempo, Perspektiven und klug gesetzter Überzeichnung. Der Abend zeigt, dass die Neue Oper Wien ihre Stärke weiterhin in jener beweglichen Form findet, die zwischen Klang, Szene und gedanklicher Zuspitzung liegt.

Dass ein solcher Zugriff in Wien weiterhin Platz hat, ist für die Kulturstadt mehr als eine Randnotiz. Gerade freie und halbfreie Opernformen sind auf ein Publikum angewiesen, das nicht nur Bekanntes erwartet, sondern auch riskantere Projekte annimmt. Mit „Les Deux“ meldet sich die Neue Oper Wien in dieser Debatte zurück – nicht als nostalgischer Restbestand, sondern als Ensemble, das seine eigene Notwendigkeit neu behauptet.

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