Die Zahl der Hinrichtungen ist weltweit laut Amnesty International so hoch wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Besonders stark trieben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation der Iran und Saudi-Arabien die Entwicklung an: Beide Staaten seien für 93 Prozent aller vollstreckten Todesurteile verantwortlich.
Amnesty sieht den Iran als Hauptverursacher des Negativrekords. Auch Saudi-Arabien gehört zu jenen Ländern, in denen Todesurteile in großer Zahl vollstreckt wurden. Angaben zu China sind in der Statistik nicht enthalten. Dort sind Zahlen zu Hinrichtungen ein Staatsgeheimnis und werden nicht veröffentlicht.
Die Organisation veröffentlichte ihre Auswertung im Zusammenhang mit ihrem jährlichen Bericht zur weltweiten Anwendung der Todesstrafe. Darin zeichnet sich ein Anstieg ab, obwohl die Todesstrafe in vielen Staaten rechtlich oder politisch umstritten bleibt. Amnesty dokumentiert seit Jahren die Entwicklung in jenen Ländern, in denen verlässliche Daten verfügbar sind.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation bestätigt der aktuelle Stand einen anhaltenden Trend: Die Todesstrafe wird zwar in deutlich weniger Staaten angewandt als noch vor Jahrzehnten, in einzelnen Ländern aber weiterhin in großem Umfang. Vor allem der Iran fiel demnach durch eine hohe Zahl an Exekutionen auf.
Für die internationale Politik ist das Ergebnis brisant, weil sich die Todesstrafe damit erneut als Instrument staatlicher Repression in autoritär regierten Ländern zeigt. Menschenrechtsorganisationen fordern seit Jahren ein weltweites Ende dieser Praxis und verweisen auf das Risiko von Fehlurteilen sowie auf die Unvereinbarkeit mit dem Recht auf Leben.









