Nach dem historisch schlechten Ergebnis bei der Grazer Gemeinderatswahl stellt die SPÖ ihre Stadtpartei neu auf: Hannes Schwarz übernimmt die Führung von Doris Kampus. Der Klubobmann im steirischen Landtag wurde am Montagabend in einer Vorstandssitzung mit 23 von 26 Stimmen zum geschäftsführenden Vorsitzenden gewählt.
Die Personalentscheidung folgt auf das schwache Abschneiden der SPÖ in Graz. Die Partei war bei der Wahl am Sonntag auf 5,6 Prozent abgerutscht und hatte damit ihre eigenen Wahlziele klar verfehlt. Kampus hatte schon am Wahlabend im ORF erkennen lassen, dass ihre Zeit an der Spitze der Stadtpartei zu Ende gehen könnte. „Wie und mit wem es weitergehen wird, müssen wir besprechen“, sagte sie damals.
Schwarz sagte am Montagabend im Interview mit dem ORF Steiermark, die SPÖ Graz habe ein „dramatisches, katastrophales Wahlergebnis“ erzielt. Kampus habe daraufhin ihre Funktion als Parteivorsitzende zurückgelegt und ihn als geschäftsführenden Vorsitzenden vorgeschlagen. „Die Partei ist diesem Vorschlag gefolgt“, sagte Schwarz. Nun gelte es, die SPÖ Graz neu aufzustellen.
SPÖ-Landesparteichef Max Lercher stellte Schwarz für die Übergangsphase Rückendeckung der Landespartei in Aussicht. In einer Aussendung bezeichnete Lercher es als nicht selbstverständlich, dass Schwarz in dieser schwierigen Situation die Führung übernehme. Die Vorstandssitzung zeige, dass er den Rückhalt der Grazer Stadtpartei habe, um die notwendigen Entscheidungen zu treffen und einen tiefgreifenden Erneuerungsprozess einzuleiten.
Schwarz will trotz der neuen Aufgabe weiterhin Obmann des SPÖ-Landtagsklubs bleiben. Damit bleibt er sowohl in der Stadtpartei als auch im Landtag eine zentrale Figur der steirischen SPÖ-Führung.









