Nach mehreren Muren im Kaunertal sind rund 200 Tagesausflugsgäste mit Hubschraubern aus dem Tal gebracht worden. Die Menschen hatten dort seit den Unwettern vom Sonntag festgesessen. Heftige Regenfälle hatten in Tirol vielerorts Schäden angerichtet, zusätzlich sorgte ein Blitzschlag für einen Waldbrand.
Die Evakuierung erfolgte am Montag, nachdem die Zufahrt in Teilen des Tals blockiert oder nur eingeschränkt passierbar gewesen war. Betroffene schilderten, dass sie zunächst auf Informationen und Transportmöglichkeiten warten mussten, ehe die Flüge organisiert wurden. Für viele endete der Ausflug damit nicht wie geplant, sondern mit einem ungeplanten Abtransport aus dem abgelegenen Gebiet.
Die Muren im Kaunertal waren Teil einer Serie von Unwetterschäden, die am Sonntag große Teile Tirols getroffen hatten. Neben den Schlammlawinen beschäftigte die Einsatzkräfte auch ein Waldbrand, der nach einem Blitzschlag ausgebrochen war. Gleichzeitig kam es zu Unruhe, weil ein Erdbeben registriert wurde. Verletzt wurde nach den vorliegenden Angaben niemand.
Das Kaunertal ist in solchen Situationen besonders anfällig, weil Zufahrten rasch unpassierbar werden können und alternative Wege fehlen. Gerade bei Tagesgästen, die ohne Übernachtung unterwegs sind, führt das schnell zu langen Wartezeiten und logistischer Abhängigkeit von den Einsatzkräften. Die Hubschrauberflüge waren daher die einzige rasch verfügbare Möglichkeit, die Betroffenen sicher aus dem Tal zu bringen.
Die Lage in Tirol blieb damit auch am Tag nach den Unwettern angespannt. Im Fokus standen nicht nur die Aufräumarbeiten nach Muren und Waldbrand, sondern auch die Frage, wie schnell Straßen und Wege wieder benutzbar gemacht werden können. Für die Ausflugsgäste bedeutete der Einsatz vor allem eines: ein geplanter Sommertag im Tal endete mitten in einem Katastrophenszenario.









