Sechs Tage vor der Gemeinderatswahl in Graz ist laut einer neuen Umfrage die Hälfte der Befragten mit der Arbeit der Stadtkoalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ zufrieden. Auch die Entwicklung der Stadt wird von vielen Grazerinnen und Grazern positiv beurteilt. Der Blick auf die steirische Landespolitik fällt dagegen spürbar kritischer aus.
Die Erhebung zeigt damit kurz vor dem Urnengang ein gemischtes Bild für die Rathausmehrheit: Die Koalition kann bei rund 50 Prozent der Befragten Zustimmung verbuchen, zugleich bleibt aber auch ein erheblicher Anteil unentschieden oder unzufrieden. Für die Parteien im Rathaus ist das ein relevanter Stimmungswert, weil er unmittelbar vor der Wahl Auskunft über die bisherige Akzeptanz ihrer Arbeit gibt.
Breite Zustimmung für Gesundheitszentren und Murufer
Besonders gut kommen den Angaben zufolge zwei Vorhaben an, die in der Stadtpolitik seit Längerem diskutiert werden: Gesundheitszentren in jedem Bezirk und ein belebtes Murufer. Beide Projekte finden die breiteste Unterstützung in der Befragung. Sie treffen damit offensichtlich auf Themen, die im Alltag vieler Menschen unmittelbar anschlussfähig sind.
Die Umfrage zeichnet zugleich ein differenziertes Stimmungsbild für Graz und die Steiermark. Während die Entwicklung der Landeshauptstadt positiver bewertet wird, fällt die Einschätzung der steirischen Entwicklung schwächer aus. Für die Koalition in Graz ist das insofern von Bedeutung, als sie sich im Wahlkampf nicht nur an konkreten Projekten, sondern auch an der allgemeinen Wahrnehmung ihrer bisherigen Amtsführung messen lassen muss.
In Graz regiert seit der Gemeinderatswahl 2021 eine Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ. Das Bündnis war damals als politischer Bruch mit den bisherigen Machtverhältnissen gewertet worden und stand seither unter besonderer Beobachtung. Dass nun ausgerechnet knapp vor der Wahl eine Mehrheit der Befragten mit der Arbeit der Koalition zufrieden ist, dürfte die Parteien im Rathaus als Bestätigung ihrer Linie interpretieren.
Ob sich diese Grundstimmung auch am Wahltag in Stimmen niederschlägt, bleibt offen. Umfragen kurz vor Wahlen erfassen vor allem die Momentaufnahme. Für das Ergebnis entscheidend wird sein, wie stark die einzelnen Parteien ihre jeweiligen Kernwähler mobilisieren können und ob die Zufriedenheit mit der Stadtregierung auch in einen entsprechenden Wahlentscheid mündet.









