Nur rund sieben Kilometer von der israelischen Grenze entfernt zeigt sich im Südlibanon, wie sehr die Hisbollah auf verdeckte militärische Infrastruktur setzt. Nach dem jüngsten Lokalaugenschein in einem Dorf in Grenznähe geht es nicht nur um Waffenlager oder Stellungen, sondern auch um ein Netz aus Tunneln und verborgenen Anlagen, das der Miliz Bewegung, Schutz und Angriffsmöglichkeiten verschaffen soll.
Die Lage entlang der Grenze bleibt angespannt. Der Südlibanon gilt seit Jahren als Rückzugs- und Operationsraum der Hisbollah, die dort ihre Präsenz unter ziviler Oberfläche ausgebaut hat. Gerade unterirdische Strukturen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie erschweren Aufklärung und Bekämpfung und sollen es der Miliz ermöglichen, im Ernstfall rasch zu verlegen oder sich Angriffen zu entziehen.
Aus der Grenzregion ist zudem bekannt, dass die Hisbollah ihre Fähigkeiten nicht nur auf den Bodenkrieg beschränkt. Mit Drohnen können Ziele tief in Israel erreicht werden, darunter nach Angaben aus dem Umfeld des Lokalaugenscheins auch Tel Aviv, Haifa und Jerusalem. Damit bleibt die Bedrohung nicht auf die unmittelbare Grenzlinie begrenzt, sondern reicht weit in das israelische Hinterland.
Die verdeckte Infrastruktur im Süden des Landes ist auch politisch brisant. Sie steht im Widerspruch zur Forderung nach staatlicher Kontrolle über das libanesische Territorium und verschärft die Spannungen mit Israel weiter. Für die libanesische Führung bedeutet das Dilemma zwischen innenpolitischer Rücksicht auf die schiitische Miliz und dem internationalen Druck, ihre militärische Eigenständigkeit einzudämmen.
Israel wiederum verweist seit Langem darauf, dass die Hisbollah im Grenzgebiet systematisch militärische Strukturen aufgebaut hat. Dazu zählen nach israelischer Darstellung nicht nur Raketen- und Drohnenkapazitäten, sondern auch Tunnel, die in einem möglichen Konflikt als Schutzräume, Verstecke oder Verbindungswege dienen können. Gerade diese Untergrundinfrastruktur gilt als schwer auffindbar und noch schwerer zu neutralisieren.
Die Situation im Südlibanon zeigt damit einmal mehr, wie fragil die Sicherheitslage an der israelisch-libanesischen Grenze bleibt. Solange die Hisbollah dort über eigene militärische Strukturen verfügt, bleibt die Gefahr von Eskalationen hoch – auch über den unmittelbaren Grenzraum hinaus.









