Bei den French Open steht schon vor dem Endspiel fest, dass es eine neue Grand-Slam-Siegerin geben wird. Nach dem überraschenden Viertelfinalerfolg der polnischen Qualifikantin Maja Chwalinska und dem Aus für die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka ist das Damen-Turnier in Paris völlig offen.
Chwalinska setzte ihren sensationellen Lauf mit einem 7:6 (7:3), 6:3 gegen die Russin Anna Kalinskaja fort. Die 24-jährige Polin, erstmals überhaupt im Hauptfeld des Sandplatz-Klassikers, erreichte damit das Halbfinale und stellte das beste Ergebnis einer Qualifikantin bei einem Grand-Slam-Turnier seit Beginn der Profitennis-Ära 1968 ein. Zuletzt hatte die Argentinierin Nadia Podoroska 2020 ein ähnliches Kunststück geschafft.
Die Weltranglisten-114. beeindruckte nicht mit Wucht, sondern mit Variabilität und Konstanz. Gegen Kalinskaja brachte sie fast jeden Ball zurück und zwang ihre Gegnerin immer wieder zu Fehlern. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was gerade passiert“, sagte Chwalinska nach dem Sieg. „Jedes einzelne Spiel hier ist irgendwie verrückt für mich. Ich bin sehr dankbar.“
Im Halbfinale trifft die Polin nun auf Diana Schnaider. Die Russin bezwang Sabalenka nach großem Kampf mit 3:6, 7:5, 6:0. Die topgesetzte Belarussin schien zunächst auf Kurs, verlor dann aber völlig den Faden. Schnaider drehte die Partie, als Sabalenka zum Match servierte, und ließ der Favoritin im Entscheidungssatz keine Chance mehr.
Auch im zweiten Halbfinale kommt es zu einem brisanten Duell: Linz-Siegerin Mirra Andrejewa trifft auf Marta Kostyuk. Damit ist bereits vor dem Finale klar, dass in Paris eine neue Siegerin einer Grand-Slam-Endrunde gekürt wird.
Für die French Open ist das ein bemerkenswertes Turnierbild: eine Qualifikantin im Halbfinale, die Nummer eins ausgeschieden und im anderen Tableau eine Partie mit politischer und sportlicher Brisanz. Der Weg zur Titelentscheidung ist damit völlig offen.









