Der internationale Skiverband FIS steht vor einem Führungswechsel: Präsident Johan Eliasch soll am Donnerstag beim Kongress in Belgrad abgewählt werden. Der britisch-schwedische Milliardär hat in seiner Amtszeit große Teile der Ski-Familie gegen sich aufgebracht, der Rückhalt unter den nationalen Verbänden gilt als gering.
Im Zentrum der Kritik steht Eliaschs Führungsstil. Vor allem beim Österreichischen Skiverband (ÖSV) stieß er schon länger auf Widerstand. ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer bemängelte den Kurs des Präsidenten, der aus Sicht vieler Verbände eher wie ein Unternehmenschef als wie ein Konsensbildner agiert habe. Auch hinter den Kulissen habe sich die Distanz zuletzt vergrößert.
Wenige Tage vor dem Kongress in Belgrad rückten weitere prominente FIS-Funktionäre auf Distanz zu Eliasch. Der bisherige FIS-CEO Urs Lehmann wandte sich ab, auch die frühere Skirennläuferin Alexandra Meissnitzer, die seit einem Jahr für die FIS gearbeitet hatte, äußerte Kritik. Meissnitzer erhielt daraufhin ein Anwaltsschreiben und wurde vom Kongress ausgeladen.
Die Gegner des Präsidenten haben sich nach Angaben aus Verbänden längst auf eine Alternative verständigt. Der ÖSV unterstützt den Liechtensteiner Alexander Ospelt als Kandidaten für die Nachfolge. Auch die großen Verbände aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Skandinavien dürften sich hinter einem Wechsel sammeln.
Eliasch, der sich selbst gern als aktiver Skifahrer präsentiert, kämpft dennoch um sein Amt. Dass er bei der Wahl als Georgier antritt, unterstreicht den ungewöhnlichen Charakter dieser Abstimmung. Für den FIS-Präsidenten steht nicht nur die Wiederwahl auf dem Spiel, sondern auch seine Autorität an der Spitze eines Verbandes, in dem er zuletzt kaum noch Rückhalt hatte.









