Die Bootsvermietung Eppel an der Alten Donau blickt auf eine mehr als 140-jährige Geschichte zurück. Seit 1886 ist die Familie in der Donaustadt mit Bootsbau und Vermietung verbunden; heute führt Werner Ahammer das Unternehmen in sechster Generation.
Der Anfang liegt in einer kaiserlich-königlichen Lizenz für eine „Lustschifffahrt“, die Johann Eppel 1886 beantragte. Aus der kleinen Bootsvermietung wurde rasch auch eine Werkstätte: Eppel begann, Boote selbst zu bauen und zu vermieten. Später fertigte die Familie auch Rettungsboote aus Holz für die k.u.k. Kriegsmarine.
Die Boote wurden damals auf der Straßenbahn von der Wagramer Straße über die Brücke bis zum Hafen Freudenau transportiert und von dort weiter verschifft. Damit war die Werft nicht nur für Freizeitfahrten auf der Alten Donau von Bedeutung, sondern auch Teil der damaligen Schiffsbau- und Transportkette in Wien.
Der Standort der Familie wechselte im Lauf der Jahrzehnte. Zunächst war die Werft am Kaiserwasser angesiedelt, ab etwa 1910 kam der Betrieb in der Wagramer Straße hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Firmengelände durch Bomben- und Granattreffer schwer beschädigt. Seit 1945 lebt und arbeitet die Familie ausschließlich an der Wagramer Straße.
Heute liegen dort noch immer blau-weiße Elektroboote im Wasser, von denen einige seit Jahrzehnten im Einsatz sind. Werner Ahammer berichtet auch von Stammkunden, deren Familien schon seit Generationen zur Bootsvermietung kommen. Für die Familie ist das mehr als ein Geschäft: „Man ist der Tradition ja auch irgendwo verpflichtet“, sagt Ahammer.
Ein Stück Wiener Sommergeschichte
Die Geschichte der Familie Eppel steht damit exemplarisch für die Entwicklung an der Alten Donau: vom frühen Bootsbau für kommerzielle und militärische Zwecke bis zur heutigen Vermietung von Elektrobooten für Ausflügler. Dass manche Boote seit 40 Jahren auf dem Wasser sind und Kunden ihre eigenen Kinder und Enkel mitbringen, zeigt, wie eng das Unternehmen mit diesem Ort verwurzelt ist.









