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Fachkräftemangel verschärft Wettbewerb um Ausbildung

Redaktionelle Szene zum Thema „Fachkräftemangel verschärft Wettbewerb um Ausbildung“

Die Suche nach Fachkräften wird für die heimische Wirtschaft immer stärker zum Standortthema. In der Industrie und in vielen Betrieben wächst der Druck, junge Menschen früh für technische und gewerbliche Berufe zu gewinnen, weil der Wettbewerb um Arbeitskräfte längst nicht mehr nur innerhalb Österreichs stattfindet. „Wir kämpfen mit allen Nachbarn“ lautet sinngemäß die Lagebeschreibung aus der Branche: Gemeint ist der Wettbewerb mit Deutschland, der Schweiz und weiteren europäischen Arbeitsmärkten.

Der Engpass trifft vor allem jene Unternehmen, die stark auf qualifizierte Facharbeit, Technik und Produktion angewiesen sind. Sie berichten seit Jahren, dass offene Stellen schwerer zu besetzen sind und dass sich die Suche nach Lehrlingen und Nachwuchskräften zunehmend verlängert. Für viele Betriebe rückt deshalb die Ausbildung selbst in den Mittelpunkt ihrer Personalstrategie. Wer Fachkräfte von morgen sichern will, muss sie heute finden, fördern und im Betrieb halten.

Ausbildung wird zum zentralen Hebel

Aus wirtschaftspolitischer Sicht verschiebt sich damit der Fokus weg von der bloßen Rekrutierung hin zu langfristiger Qualifizierung. Besonders in industriell geprägten Regionen ist das relevant: Dort entscheidet die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte nicht nur über einzelne Produktionslinien, sondern auch über Investitionen und Wachstumsperspektiven. Können Betriebe offene Stellen nicht besetzen, geraten Aufträge, Auslastung und im Zweifel auch Expansionspläne unter Druck.

Hinzu kommt, dass der demografische Wandel den Arbeitsmarkt zusätzlich verengt. In den kommenden Jahren gehen geburtenstarke Jahrgänge in Pension, während gleichzeitig weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt nachrücken. Das verstärkt den Wettbewerb zwischen Unternehmen, Regionen und Staaten. Gerade in Österreich, wo viele Firmen auf hochqualifizierte Facharbeit setzen, ist das ein Risiko für die Standortattraktivität.

Für die Betriebe wird damit auch die Lehre wieder stärker zum strategischen Thema. Sie gilt als wichtigster Weg, den eigenen Fachkräftebedarf aus dem Nachwuchs selbst zu decken. Entscheidend sind dabei nicht nur die Zahl der Ausbildungsplätze, sondern auch die Qualität der Ausbildung, die Übernahmechancen und die Frage, ob Unternehmen für junge Menschen attraktiv genug sind, um sich im Vergleich mit anderen Angeboten durchzusetzen.

Der Arbeitskräftemangel ist damit längst nicht mehr nur ein Personalproblem einzelner Firmen. Er entwickelt sich zu einer Belastung für die gesamte Wirtschaft, weil er die Produktion, den Ausbau von Kapazitäten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinflusst. Der Kampf um Fachkräfte beginnt deshalb immer früher – und führt die Betriebe direkt in einen Konkurrenzkampf mit ihren Nachbarn.

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