Die Europäische Union bereitet offenbar neue Vorgaben für Unternehmen vor, um die Abhängigkeit von China bei wichtigen Bauteilen zu verringern. Firmen in Schlüsselsektoren wie der Chemie- und Maschinenbauindustrie sollen demnach künftig verpflichtet werden, kritische Komponenten von mehreren Anbietern zu beziehen.
Damit will Brüssel die Verwundbarkeit europäischer Lieferketten reduzieren. Hintergrund sind die zunehmenden handelspolitischen Spannungen zwischen der EU und China sowie die Sorge, dass einzelne Zulieferer bei strategisch wichtigen Teilen zu viel Marktmacht haben könnten. Gerade in der Industrie hängen viele Betriebe bei Vorprodukten, Spezialchemikalien oder Maschinenkomponenten von wenigen Produzenten ab.
Der geplante Kurs würde über klassische Diversifizierungsappelle hinausgehen und Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen. Eine solche Mehrfachbeschaffung soll Ausfälle abfedern, wenn Lieferungen stocken oder politisch belastet werden. In der EU wird seit Jahren über mehr wirtschaftliche Resilienz diskutiert, unter anderem nach den Erfahrungen mit der Pandemie, geopolitischen Konflikten und den Problemen bei Vorprodukten aus Asien.
Besonders betroffen wären Branchen, die für die europäische Wertschöpfung zentral sind. In der Chemieindustrie etwa sind bestimmte Grundstoffe und Vorprodukte schwer ersetzbar, im Maschinenbau wiederum hängen Produktionsketten von spezialisierten Teilen und elektronischen Komponenten ab. Für Unternehmen könnte eine solche Vorgabe höhere Beschaffungskosten bedeuten, zugleich aber die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten mindern.
Die EU-Kommission hat sich zu dem Bericht bislang nicht öffentlich geäußert. Unklar ist damit auch, wie weit die Überlegungen bereits fortgeschritten sind und in welcher Form neue Regeln am Ende tatsächlich kommen könnten.









