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Estlands Regierungschef warnt vor falschen Hoffnungen auf rasches Kriegsende

Redaktionelle Szene zum Thema „Estlands Regierungschef warnt vor falschen Hoffnungen auf rasches Kriegsende“

Estlands Ministerpräsident Kristen Michal sieht Russland im Krieg gegen die Ukraine zunehmend unter Druck, warnt aber vor voreiligen Erwartungen an ein rasches Ende der Kämpfe. Russland verliere den Krieg auf dem Schlachtfeld und auch die Wirtschaft gehe schlecht, sagte Michal am Freitagabend in einem Interview. Zugleich betonte er, dass daraus noch kein baldiger Zusammenbruch des Kremls abzuleiten sei.

Michal verwies darauf, dass die EU-Sanktionen Wirkung zeigten und das Image von Präsident Wladimir Putin leide. Selbst Angriffe mit Drohnen auf Ziele in Russland zeigten, dass sich der Krieg zunehmend auch auf russisches Gebiet ausweite. Einen schnellen Machtverlust Moskaus wollte der estnische Regierungschef dennoch nicht prognostizieren. Diktatoren räumten das Feld nicht freiwillig, sagte er sinngemäß.

Baltische Staaten drängen auf mehr Druck auf Moskau

Der Auftritt des estnischen Premiers reiht sich in die seit Jahren klare Linie der baltischen Staaten ein, die zu den entschiedensten Unterstützern Kiews zählen. Estland, Lettland und Litauen werben innerhalb der EU für eine rasche Annäherung der Ukraine an die Union und für zusätzliche militärische und finanzielle Hilfe. Auch nach Michals Angaben bleibt entscheidend, Putin an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die Debatte über den weiteren Kurs gegenüber Russland und der Ukraine wird derzeit von den anhaltenden schweren Angriffen geprägt. Erst in der Nacht auf Donnerstag wurden bei massiven Angriffen auf Kiew mindestens 30 Menschen getötet. Vor diesem Hintergrund wächst in Europa erneut der Druck, die Ukraine politisch und militärisch zu stützen – und zugleich den Kurs gegenüber Moskau geschlossen zu halten.

Michal hatte zuvor Bundeskanzler Christian Stocker besucht. Die estnische Position ist dabei klar: Russland soll nicht auf Entlastung hoffen, solange der Krieg andauert. Für die baltischen Staaten bleibt der Konflikt nicht nur eine Frage der Ukraine, sondern auch der europäischen Sicherheit insgesamt.

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