Die Vereinigten Staaten begehen am 4. Juli ihren Unabhängigkeitstag heuer mit besonderem Aufwand: Feiern, Paraden, Picknicks, Barbecues und ein aufwendig angekündigtes Feuerwerk sollen an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung vor 250 Jahren erinnern. Auf der National Mall in Washington ist zudem eine große Rede von Präsident Donald Trump geplant.
Der Tag hat in den USA seit jeher eine doppelte Bedeutung. Er ist Volksfest und politisches Symbol zugleich, verbunden mit der Erinnerung an die 56 Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung von 1776 und an den Gründungsgedanken, dass Macht nicht einer Krone, sondern den Bürgern gehört. Gerade in einem Wahl- und Machtkampfklima wird dieser Bezug regelmäßig neu aufgeladen.
Trump nutzt den Jahrestag für eine besonders große Inszenierung. Das Feuerwerk in der Hauptstadt soll heuer als eines der größten, längsten und teuersten in der Geschichte des Feiertags ausfallen. Die Pyro-Show auf der National Mall, zwischen Lincoln Memorial und Washington Monument, ist als zentrales Element der Feierlichkeiten geplant.
Schon der Auftakt der landesweiten Festivitäten zeigt, wie stark patriotische Symbolik und politische Selbstdarstellung miteinander verschmelzen. Die „Great American State Fair“ wurde als Fest der nationalen Größe angelegt; der Präsident stellt sich dabei sichtbar in den Mittelpunkt. Kritiker sehen darin seit Jahren einen Bruch mit dem republikanischen Grundgedanken, wonach das Land größer sein soll als jede einzelne Person.
Feiern mit politischer Botschaft
Der 4. Juli ist in den USA traditionell einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Familien treffen sich, Städte organisieren Umzüge und Feuerwerke, vielerorts prägen Flaggen, Musik und patriotische Rituale den Tag. In diesem Jahr kommt zur üblichen Inszenierung aber eine zusätzliche politische Ebene: Trump will die historische Bühne für eine Rede nutzen, die über den Feiertag hinaus Wirkung entfalten soll.
Die Symbolik des Datums ist dabei schwer zu übersehen. Die USA feiern nicht einen Monarchen oder eine Dynastie, sondern einen Verfassungsakt, der das politische System bis heute prägt. Dass ausgerechnet an diesem Tag die Machtfrage und der Stil des amtierenden Präsidenten so prominent sichtbar werden, verleiht dem Jubiläum eine besondere Schärfe.









