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Ausländische Erstsemestrige an öffentlichen Unis erstmals in der Überzahl

Redaktionelle Szene zum Thema „Ausländische Erstsemestrige an öffentlichen Unis erstmals in der Überzahl“

An Österreichs öffentlichen Universitäten sind ausländische Studierende bei den Erstsemestrigen mittlerweile in der Mehrheit. Das zeigt eine aktuelle Entwicklung im Hochschulsektor, die für die Wissenschafts- und Bildungspolitik heikel ist: Der Staat finanziert Studienplätze mit erheblichen Mitteln, profitiert wirtschaftlich aber vor allem dann, wenn Absolventinnen und Absolventen im Land bleiben und hier arbeiten.

Der Inländeranteil ist unter den bereits Studierenden deutlich höher als bei den Studienanfängern. Das legt nahe, dass sich die Zusammensetzung der Hörsäle in den kommenden Jahren weiter verschieben könnte. Für Politik und Universitäten stellt sich damit die Frage, wie attraktiv der Standort für heimische Maturantinnen und Maturanten bleibt und welche Rolle internationale Studierende künftig im System spielen sollen.

Österreichs Hochschulen werben seit Jahren verstärkt um Studierende aus dem Ausland. Das gilt besonders für Universitäten in Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg, die mit englischsprachigen Angeboten, internationaler Sichtbarkeit und vergleichsweise niedrigen Studiengebühren auch über Österreich hinaus Nachfrage erzeugen. Gleichzeitig steigt damit der Druck auf Infrastruktur, Betreuungsangebote und Studienorganisation.

Politisch relevant ist vor allem die Finanzierungsfrage. Ein Studienplatz an einer öffentlichen Universität ist für den Staat teuer, weil Lehrbetrieb, Personal und Infrastruktur aus öffentlichen Mitteln getragen werden. Wenn Absolventinnen und Absolventen nach dem Abschluss das Land wieder verlassen, fällt ein Teil des Nutzens für die heimische Volkswirtschaft weg. Bleiben sie dagegen in Österreich, können sie den Fachkräftemangel dämpfen und Steuereinnahmen sichern.

Die Entwicklung fügt sich in einen länger laufenden Trend ein: Österreichs Hochschulen sind internationaler geworden, zugleich bleibt die Frage offen, wie stark das System auf Zuwanderung angewiesen sein soll. Für die Bildungspolitik ist das ein Balanceakt zwischen Offenheit und der Erwartung, dass öffentliche Mittel auch dem heimischen Arbeitsmarkt und der Standortpolitik zugutekommen.

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