Die österreichische Fotografin Elfie Semotan ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Semotan gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Stimmen der österreichischen Foto- und Modefotografie und wurde vor allem mit Porträts und Werbeaufnahmen bekannt.
Die Oberösterreicherin verstand die Perspektive vor und hinter der Kamera: Bevor sie sich ganz der Fotografie zuwandte, arbeitete sie selbst als Model. Dennoch fühlte sie sich dort nach eigenen früheren Aussagen nie wirklich wohl. Auf die Frage, warum es so wenige Porträts von ihr gebe, reagierte sie wiederholt mit dem Hinweis, dass sie sich auf Fotos selten gefalle.
Semotans Arbeit stand häufig im Zeichen eines klaren, oft reduzierten Blicks auf Menschen und Situationen. Ihre Bilder machten sie zu einer wichtigen Figur der heimischen Kulturszene, auch wenn sie selbst öffentliche Auftritte und Selbstdarstellung eher mied. Gerade darin lag ein Kontrast zu einer Karriere, die stark von Sichtbarkeit lebte.
2024 widmete der ORF Semotans fotografischen Streifzügen im südlichen Burgenland eine Dokumentation. Damit wurde noch einmal der Blick auf ein Werk gelenkt, das weit über die Modefotografie hinausreichte und zu den markanten österreichischen Fotoarbeiten der vergangenen Jahrzehnte zählt.
Semotan galt als Künstlerin, die sich ungern erklären ließ und deren Werk oft über Männer in ihrem Umfeld eingeordnet wurde. Ihr Tod bedeutet einen Verlust für die österreichische Kultur- und Fotolandschaft.









